« Kapitel B 15 Beschreibung des Oberamts Wangen Kapitel B 24 »
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d) Gem. 20. Praßberg,
bestehend aus 57 (63) Parzellen auf 56 Markungen mit 901 kath. Einw. Dieser, aus den ehemaligen Ritter-Herrschaften Praßberg und Leupolz gebildete Gemeindebezirk ist südlich von der unteren Argen, westlich auf eine lange Strecke vom Karbach, nördlich von der Wolfegger-Ach begrenzt, und begreift ein bedeutendes, zu einem großen Theil mit Wald, Sumpfboden und kleinen Weihern bedecktes Areal (6500 M.). Der größte Theil gehört zu dem rauhen Gelände der Hochfläche, deren Felder nicht sehr ergiebig sind, daher die Viehzucht vorherrschend ist. Arme gibt es wenige, doch im Ganzen nur einen mittelmäßigen Wohlstand. Unter den sehr unbedeutenden Gewerben machen sich nur zwei Mahlmühlen, zu Praßberg und Leupolz, bemerklich. Die Vereinödung ist theils uralt, theils im vorigen Jahrhundert zu Stande gekommen. Durch den Bezirk führen die Straßen von Wangen nach Wolfegg und Kißlegg. Grundherr ist| der Fürst von Waldburg-Wolfegg-Waldsee. In Leupolz ist eine Pfarrkirche für die größere nördliche Hälfte des Bezirks. Die Parzellen 1, 11, 13, 16, 18, 19, 28, 31, 32, 36, 37, 40, 42, 44, 46, 52, 56 sind Filialien von Wangen, 48 von Röthenbach, Oberamt Waldsee. Schulpflichtig nach Leupolz sind auch die Filialisten von Wangen, doch besuchen die Kinder der Nähe wegen die Schule zu Wangen, wie ohnedieß die Sonntagsschüler. Die Parzellen des alten Pfarrsprengels von Leupolz (vor 1814 und 1821), nämlich 3, 5–8, 15, 20, 23–25, 30, 33, 35, 38, 43, 45, 49, 57 sind der Pfarrei zehntpflichtig; 24 und 25 reichen aber nur den kleinen Zehnten und sind großzehntfrei. In den übrigen Orten sind Zehntherrn: der Fürst von Wolfegg, der Hospital in Wangen (in Wangenschen Filialien), die Pfarrstellen Immenried (Großzehnt in 48), Einthürnenberg (Großzehnt in 41) und Röthenbach (Kleinzehnt in 48). Den Novalzehnten bezieht die Grundherrschaft.
  • 1) Praßberg, Schloß mit 4 Einw.,[1] 3/4 Stunden nördlich von Wangen, über dem rechten Argenufer auf einem steilen, durch einen Thaleinschnitt isolirten Hügel. Dieses verlassene Schloß mit der kolossalen Masse einer hohen Thurmruine, von Tannenwäldern umgeben, gewährt eine der schönsten Ansichten im Argenthale. Der obere Theil des Schloßgebäudes selbst ist im vorigen Jahrhundert auf den Umfangsmauern des alten erbaut und noch vor wenigen Jahren von einem Förster bewohnt worden, jetzt aber unbewohnt. Die Schloßkapelle zum heiligen Georg, wo sonst der Pfarrer von Leupolz alljährlich am Tage des Patrons eine Messe zu lesen hatte, ist jetzt geschlossen. Der viereckigte Thurm auf der Nordostseite mißt 15–18′ auf jeder Seite, 5–6′ in der Mauerdicke, und hat, wie alle altdeutsche Bergfriede, keinen Eingang zu ebener Erde, sondern ungefähr 20′ über dem Boden. Auch dieser Burg und Herrschaft älteste Geschichte führt uns nach St. Gallen, dessen Stift in diesen Gegenden so weit ausgedehnte Besitzungen hatte. Im Jahr 1122 wurde der neu gewählte Abt Heinrich von Twiel durch einen von Herzog Conrad von Zähringen begünstigten Gegenabt, Mangold von Böttstein, verdrängt und genöthigt, mit seinem Anhang über den Bodensee nach den schwäbischen Besitzungen des Klosters und nach dem festen Schlosse Zeil zu fliehen. Dorthin verfolgte ihn Mangold, bemächtigte sich aller Klostergüter in Schwaben, und erbaute in der Mitte derselben das feste Schloß Praßberg, um sich ihres Besitzes gegen seinen Gegner zu versichern. Das| Schloß erhielt einen adeligen Burgvogt, der sich von Praßberg schrieb. Im Jahr 1260 kommt Praßberg noch als St. Gallisches Eigenthum vor und im Verzeichniß der St. Gallischen Edelleute von 1300 erscheinen noch die von Praßberg, von welchen 1294 Hartmann dem Kloster Weingarten Karsee und Unteregg verkaufte. Ob dieser Hartmann der Familie der Vögte von Summerau angehörte, kann nicht mit Bestimmtheit angegeben werden, aber schon 1337 schreibt sich Wilhelm von Summerau Herr zu Praßberg. Es ist wohl derselbe Wilhelm von Praßberg, welcher 1357 mit Neuravensburg belehnt wurde (s. oben S. 217). Über das Geschlecht der Vögte von Summerau s. d. Oberamtsbeschrbg. von Tettnang S. 150.[2] Noch 1403 lebte ein Kind des Konrad von Praßberg, dessen Pfleger ein Gut, genannt Praßberger Au, an Kunz Mangold verkauft. Darauf scheint diese Linie ausgestorben zu seyn, und das Lehen kam an die Schellenberge. Aber schon 1411 verkauft Heinrich von Schellenberg an Heinrich Vogt von Leupolz und Summerau „die Veste Praßberg, Burg und Berg, Burggesäß und Burgstall für recht Burggesäß, gen St. Gallen, Tobel und Graben mit allem Zugehörd“ um 2066 Pfund 13 Schilling Pfenning (das Pfund zu 1 fl. 8 kr. 4 Heller, zusammen 2373 fl. 36 kr.)[3]
Von nun an bleiben die beiden Herrschaften Praßberg und Leupolz vereinigt und die Inhaber schrieben sich Vögte von Summerau zu Leupolz und Praßberg, oder auch von Praßberg allein.[4] Im Jahre 1731 wurden beide Herrschaften von den Freiherrn Wilhelm und Albert von Summerau in Beiseyn einer kaiserlichen| Kommission versteigert, und gegen 99.000 fl. dem Freiherrn Westernach von Kronburg überlassen, welcher sie 1749 durch seinen Bevollmächtigten, Marquard von Hornstein, an Joseph Franz Grafen von W. Wolfegg um 106.000 fl. verkaufte. Durch Erbschaft kamen sie an das jetzige fürstliche W. Wolfegg-Waldseesche Haus. Steuerbar waren sie zum Ritterkanton Hegau-Allgäu-Bodensee. Die hohe und forstliche Gerichtsbarkeit hatte die österreichische Landvogtei, vermöge Vertrags vom 10. Juli 1545. Die niedere Gerichtsbarkeit und den Blutbann bei ihren Schlössern ertheilte Kaiser Karl 1541 den Vögten als Reichslehen, und bestätigte noch Kaiser Ferdinand 1654. Darauf aber kam, wie es scheint, die Muthung des letztern (des Blutbannlehens) in Abgang, und das Recht wurde tacite zu der Landvogtei gezogen. Auch von Praßberg und Leupolz hatte Bayern den 16. Januar 1806 Besitz genommen, aber noch in demselben Jahr trat Württemberg durch Staatsvertrag vom 13. Oktober die Souveränitätsrechte an.
  • 2) Allewinden, Weiler mit 14 Einw. – 3) Bach, Hof mit 9 Einw. – 4) Bayums, Weiler mit 35 Einw. – 5) Becken, Weiler, bestehend aus zwei zum Hospital Bärenweiler lehenbaren Gütern mit 8 Einw. – 6) Bertlings, Hof mit 8 Einw. – 7) Bietenweiler, Weiler mit 74 Einw. – 8) Buchen, Weiler mit 22 Einw. – 9) Butzmann, Weiler mit 17 Einw. – 10) Ehrlach, Weiler mit 20 Einw. – 11) Fünfers, Hof mit 8 Einw. – 12) Girensberg, Weiler mit 8 Einw.
  • 13) Grünenberg, Hof mit 5 Einw., 1/4 Stunde westlich von Praßberg. Nach den Traditt. Sangall. übergibt der oben bei Winterstetten erwähnte Trogo mit seinem Sohn Liutrich dem Kloster St. Gallen Alles, was er von seinem Bruder Treso in Croninperc erhalten hat, 7 Cal. Novembres 833. Eben so schenkt der Priester Huppold demselben Kloster, was er in Cruoninberc im Nibelgau und in der Nähe dieses Ortes erworben hat 860. (Neug. I. CCCLXXXVII.) Im Jahre 1128 lebte ein Ritter Hatto, der sich von Grünenberg nannte. Noch 1617 bezeichnet die Wangensche Landtafel Grünenberg als adeligen Sitz, der aber schon damals zu Praßberg gehörte, und im Schwedenkrieg zerstört wurde.
  • 14) Gutermann, Weiler mit 14 Einw. – 15) Halden, Hof mit 3 Einw.
  • 16) Herfatz (Herfarts), Weiler mit 12 Einw., nebst a) Herfatzbruck, Weiler mit 15 Einw., und b) Waldberg, Haus mit 8 Einw. Hier führt, an der Grenze des Gemeindebezirks, die Ravensburger Landstraße auf einer Brücke über die untere Argen. Man will aus dem Namen Heerfarth auf einen alten Hauptstraßenzug und Flußübergang schließen, und bringt damit Spuren von| Verschanzungen in Verbindung, welche sich am linken Argenufer hinziehen sollen. Letztere sind aber wahrscheinlich nicht älter als der 30jährige Krieg. Im Mai des Jahrs 1632 wurde bei diesem Argenübergang den Schweden ein hitziges Gefecht geliefert. Die bewaffneten Bauern der nächsten Landvogteiischen Gemeinden und der Herrschaft Praßberg-Leupolz hatten sich unter der Anführung der Humpisse an der Brücke aufgestellt, und hielten beherzt den Angriff eines Schwedenkorps aus, das von Wangen her gegen sie angerückt war. Oberst von Franzin, der endlich den Bauern mit 2000 Mann zu Hülfe kam, half ihnen den Feind mit Verlust in die Flucht schlagen.

Unweit der Brücke steht eine Kapelle zu U. L. F. und dem heiligen Silvester aus unbekannter Zeit, mit einigem Kapitalfonds, der zum Theil von der alten Praßberg’schen Familie, zum Theil auch von Wolfegg herrührt. Der Pfarrer von Leupolz hat jährlich 12, der ständige Vikar von Wangen 2 Messen hier zu lesen.

  • 17) Höfen, Weiler mit 14 Einw. – 18) Hofstätt, Hof mit 5 Einw. – 19) Holzmaier, Hof mit 6 Einw. – 20) Hub, Weiler mit 11 Einw. – 21) Knöpfler, Hof mit 7 Einw.
  • 22) Kohlhäuser, Weiler mit 16 Einw. Bei diesem Weiler (11/2 Stunde nordnordöstlich von Wangen) ist ein hoher ganz abgerundeter Hügel, jetzt Ackerfeld, auf welchem die ehemalige Burg Blumenau gestanden haben soll. Man sieht von ihr keine Spuren mehr, und eben so wenig weiß man etwas mit Gewißheit von dem Erbauer oder den ehemaligen Besitzern dieser Burg.
  • 23) Leupolz, kath. Pfarrweiler mit 73 Einw., nebst Langhalden, Hof mit 6 Einw. Leupolz liegt an der Grenze des Oberamts Ravensburg, ziemlich hoch und rauhen Winden ausgesetzt, 2 Stunden nördlich von Wangen, an der Straße nach Wolfegg. Kirche und Pfarrhaus liegen auf einem Berg, um diesen herum die übrigen Häuser. Ein hoher runder Hügel, südlich von dem Pfarrweiler, trug das Schloß Leupolz, von welchem jetzt nichts mehr über dem Boden zu sehen ist; nur die Grundmauern verrathen noch seine ehemalige Stärke. Es gab Edle, die sich von Leupolz schrieben; so ist ein Hugo von Luitpoldis Zeuge in einer Weingartner Urkunde 1241. Frühe schon standen diese Edle im Lehenverband mit St. Gallen. 1413 wurden Heinrich und Hans von Summerau, die sich Vögte von Lütpolz schrieben (wie schon ihr Vater Heinrich 1404), mit der Veste Leupolz belehnt. (Ildef. v. Arx. II. S. 179.) Vergleiche oben die Geschichte von Praßberg <!Vorlage: Praßburg-->, mit welcher von jetzt an die von Leupolz zusammenfällt. Den Überfall der Wangener 1389, in Folge dessen das Schloß zerstört wurde, erzählten wir oben S. 136. Später wurde das Schloß wieder aufgebaut, den 24. Juni| 1624 aber vom Blitz entzündet und eingeäschert. Seitdem lag es in Trümmern, von welchen vor ungefähr 20 Jahren der letzte Mauerrest zu einem Häuserbau verwendet wurde. – Die Pfarrkirche zum heiligen Lorenz soll im Jahr 1404 erbaut worden seyn. Patron der Pfarrstelle ist der Fürst von Waldburg-Wolfegg. Die Pfarrei hat erst in den Jahren 1814–27 durch Zutheilung von Parcellen der Pfarreien Kißlegg, Röthenbach und Wangen, einen größeren Sprengel erhalten. Der Kirchenfonds hat 2700 fl. Kapital, 25 Scheffel jährliche Habergülten und einige Grundzinsen. Die Pfarrwohnung hat eine freie Aussicht, und wurde 1764 von dem damaligen Pfarrer Bauer auf eigene Kosten neu erbaut. Die Baulast daran hat die Kirchenpflege unter subsidiärer Verbindlichkeit des Pfarrers als Zehntherrn. Die Pfarrstelle hat ein kleineres und ein größeres Widdumgut. Die Pfarrschule, für welche 1821 ein neues Gebäude errichtet wurde, hat einen Lehrer. – Das Kloster Weingarten bezog hier Einkünfte von einigen Höfen. Elisabetha Trub stiftete zu einer Messe in Weingarten einen Hof in Leupolz 1384. Im Jahr 1444 verkaufte Heinrich von Summerau zwei Höfe an Weingarten.
  • 24) Leupolz-Bauhof, Weiler mit 13 Einw. Auf der Markung dieses Weilers lag das vorhin genannte alte Schloß Leupolz. – 25) Leupolz-Mühle, eine Mahlmühle am Karbach mit 6 Einw.
  • 26) Loch, Weiler mit 19 Einw., nebst Stämpfle, Hof mit 8 Einw. In der Nähe der Landstraße von Wangen nach Leutkirch, auf einem durch zwei Thalschluchten abgesonderten Berge des rechten Argenufers stand die alte Burg „im Loch“, von der sich schon 1300 die St. Gallischen Edelleute von Lochen schrieben. Später waren die von Heimenhofen im Besitz. Konrad von Heimenhofen trägt 1434 dem Herzog Friedrich von Österreich sein Schloß sammt Behausung im Allgäu, das Loch genannt, zu Lehen auf.
  • 27) Merken, Hof mit 8 Einw. – 28) Mischen, Hof mit 7 Einw. – 29) Missen, Hof mit 7 Einw. – 30) Mittelhub, Weiler mit 17 Einw. – 31) Müllern, Hof mit 5 Einw. – 32) Nebenberg, Hof mit 10 Einw. – 33) Niederweiler, Hof mit 4 Einw.[5] – 34) Nußbaum, Weiler mit 27 Einw. – 35) Oberweiler, Weiler mit 22 Einw. Weingarten erhält einen Hof in Oberenwilare von einer gewissen Kunigund (Necrol. bei Heß p. 151.) – 36) Praßberger Bauhof, Hof mit 10 Einw. – 37) Praßberger Mühle, Mahlmühle mit 11 Einwohnern. –|
  • 38) Rehmen, Hof mit 6 Einw. – 39) Reischmann, Weiler mit 31 Einw., nebst Krähenberg, Hof mit 10 Einw. – 40) Rempen, Hof mit 5 Einw. – 41) Reute, Weiler mit 36 Einw. Ein der Pfarrei Leupolz zehentbares Feld heißt die Rittersburg. – 42) Reutstock, Weiler mit 15 Einw.
  • 43) Ried, Hof mit 6 Einw., dürfte (nach der Vermuthung des Herrn C. Pfaff) das Ottramesried in pago Nibilkevve seyn, wo St. Gallen Güter erhielt 861; (Neug. CCCXCVI.) denn Rieden Oberamt Leutkirch, hieß schon 838 Reodun. – 44) Röhrenmoos, Hof mit 7 Einw. – 45) Rohrweiher, Hof mit 2 Einw. – 46) Samen, Weiler mit 26 Einw. – 47) Schmidberg, Hof mit 10 Einw. – 48) Siggen, Hof mit 12 Einw. – 49) Steinberg, Weiler mit 9 Einw. – 50) Straß, Hof mit 11 Einw. – 51) Stützenberg, Weiler mit 16 Einw. – 52) Trifts, Weiler mit 13 Einw., nebst Holzhäusle, Hof mit 4 Einwohnern. – 53) Ungerhaus, Weiler mit 19 Einw. – 54) Weihers, Weiler mit 21 Einw. – 55) Weiherhäusle, Haus ohne eigene Markung mit 7 Einw. – 56) Weiler, Weiler mit 29 Einw. – 57) Wolfshaus, Weiler mit 10 Einw.


  1. Das Schriftchen: die Ruinen von Praßberg, von Karl Julius Erath, Gmünd 1839. 8., wird vom Verf. selbst als eine romantisch-historische Erzählung bezeichnet, und macht auf geschichtlichen Werth keinen Anspruch.
  2. Für die Annahme, daß Albert von Summerau ein Schloß dieses Namens (1/4 Stunde östlich von Praßberg) gebaut habe, finden wir keine Bestätigung.
  3. Mit dieser, aus archivalischen Quellen gezogenen Angabe, stimmt hinsichtlich der Chronologie Ildef. von Arx II. S. 179 nicht ganz überein, nach welchem Anna von Königsegg, Frau des Rudolfs von Landenberg-Sonnenberg 1412, der von Schellenberg 1413, Hartmann von Praßberg 1419 die Feste Praßberg zu Lehen empfingen. Herr D. C. von Vanotti erklärt diese Differenz so: Wahrscheinlich nahmen es bei der Verwirrung und Unordnung, in welcher sich um diese Zeit das Kloser St. Gallen befand, die entfernteren Lehensleute mit den Rechten des Klosters nicht so genau, und es geschahen Veränderungen durch Kauf, Tausch u. dergl., die erst später dem Lehensherrn zur Genehmigung angezeigt und in die Lehenprotokolle eingetragen wurden, auf welche sich von Arx beruft.
  4. Ob der Hartmann von Praßberg, der um das Jahr 1420 mit Ratzenried belehnt ward(s. d.), dieser Linie angehörte, wissen wir nicht zu sagen. Den Stammbaum der spätern Nachkommen des Vogt Heinrich, s. bei Bucelin Germania. p. 214. Eine Zeit lang, gegen das Ende des sechszehnten Jahrhunderts, waren Praßberg und Leupolz zwischen die Brüder Johann Rudolph und Eitel Johann getheilt.
  5. Ob hierunter das Nidigeswilare zu verstehen sey, welches Herzog Welf 1009 dem Kloster Weingarten schenkte, lassen wir unentschieden.