Textdaten
<<< >>>
Autor: Bn
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Belauscht
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 149, 164
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[149]
Die Gartenlaube (1899) b 0149.jpg

Belauscht.
Nach dem Gemälde von J. N. Sylvestre.

[164] Belauscht. (Zu dem Bilde S. 149.) Wo zwei Jugendfreunde, die der Strom des Lebens auseinander geführt, unversehens wieder zusammenstoßen, da geht es an ein umständliches Erzählen, besonders wenn nur einer von ihnen sich draußen in der Welt herumschlug, während der andere fein still zu Hause saß und in kluger Handelschaft sein Gut mehrte. So sehen wir hier in einer Stube des 17. Jahrhunderts einen noch jugendlichen Kaufherrn nach dem Mittagsmahl voll Ergötzen den Schilderungen des Feldhauptmanns lauschen, der sich im großen Krieg herumgetrieben und unzählige Abenteuer erlebt hat. Dem Gast zu Ehren brachte die junge Hausfrau das neue, kostbare Getränk aus den Blättern des Thees; sie schenkte beiden ein und wandte sich dann zum Gehen, unaufgehalten von den beiden Männern, die lieber allein ihre Erlebnisse austauschen. Hinter ihnen aber, von dem großen Wandschirm geschützt, steht jetzt die arglistige Lauscherin und fühlt sich gleichfalls zu großer Heiterkeit gestimmt, denn jeht erfährt sie allerhand, was sie schon lange gern gewußt hätte, und wird sicher nicht verfehlen, wenn der Gemahl wieder einmal den sehr Würdevollen herauszukehren beliebt, mit weiblicher Schlauheit die Trümpfe auszuspielen, welche ihr hier männliche Harmlosigkeit so schön in die Hand liefert. Bn.