BLKÖ:Zimmermann, Matthäus

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Zimmermann, Karl von
Band: 60 (1891), ab Seite: 139. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Matthäus Zimmermann in Wikidata
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zimmermann, Matthäus|60|139|}}

12. Matthäus Zimmermann (geb. zu Eperies in Ungarn am 21. September 1625, gest. zu Meißen 24. October 1689). Wir finden ihn auch mit dem Taufnamen Matthias. Sein Vater war Kaufmann und Rathsherr zu Eperies, seine Mutter Magdalena geborene Brodkorb. Vierzehn Jahre alt, kam er auf das Gymnasium in Thorn, auf welchem er drei Jahre blieb, 1644 bezog er die Universität in Straßburg, wo er 1646 Magister wurde. 1648 ging er nach Leipzig, und von da folgte er 1651 einem Rufe nach Leutschau in Ungarn als Rector des protestantischen Gymnasiums. 1652 berief ihn seine Vaterstadt Eperies als Pastor, in welcher Eigenschaft er acht Jahre wirkte. Als aber in Ungarn die Ketzerriecherei und die Protestantenverfolgungen begannen nahm er einen Ruf des Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen an, der ihn zum Adjuncten des Superintendenten zu Colditz in Meißen und hernach zu dessen Nachfolger ernannte. Nachdem er dann im November 1661 zu Leipzig Licentiat der h. Schrift geworden, kam er 1662 nach Meißen, wurde daselbst Superintendent und erlangte am 24. April 1666 zu Leipzig die theologische Doctorwürde. Er starb, 64 Jahre alt, eines plötzlichen Todes. Zimmermann hatte folgende Schriften durch den Druck veröffentlicht: „Historia Eutychiana, quae haereseos hujus ortum, progressum, propagationem, errorum enarrationem etc. complectitur“ (Lipsiae 1659, 4°.); Zimmermann gab diese Schrift unter dem Pseudonym Theodor Althusen heraus, bekannte sich aber später offen zur Autorschaft; – „Dissertatio historico-theologica ad dictum Tertulliani: Christiani fiunt, non nascuntur“ (ib. 1662, 4°.); – „Dissertatio de antiquis Christianis“ (ib. 1662); –„Tractatus de montibus pietatis Romanensium“ (ib. 1670, 4°.); unter dem Pseudonym Dorotheus Ascianius; – „Analecta miscellanea menstrua eruditionis sacrae et profanae, theologicae, liturgicae, historicae, philologicae, moralis, symbolicae ritualis curiosae, cum figuris et indicibus“ (Meißen 1674 und 1677, 4°.). – „Planctus Misenensis (1680, 4°.); – „Commentariolus de presbyteris veteris ecclesiae“ (Annaberg 1681,4°.); – „Amoenitates Historiae Ecclesiasticae hactenus bonampartem ordine hoc intactae, cum fig.“ (Dresden 1681, 4°.; Leipzig 1703, 4°.); – „Florilegium philologico-historicum... adhibita re nummaria et gemmaria“, Partes duo (Dresden 1687 und 1689, 4°.); – „Florilegii appendix“ (ebd. 1688, 4°.); – „Wolkensteiner Bad-Sabbath oder Predigten... zu Wolkenstein gehalten“ (Freiberg 1671, 4°.) und noch einige einzeln erschienene Predigten und Leichenreden. Zimmermann’s „Florilegium philologico-historicum“ dürfte als die erste Encyklopädie zu betrachten sein, denn sie enthält nach Schlagwörtern [140] in alphabetischer Folge Artikel aus den Gebieten aller Künste und Wissenschaften. Er stand als Gelehrter und Priester in Sachsen in hohem Ansehen. Es dürften auch zwischen ihm und dem hingerichteten Eperieser Senator Siegmund Zimmermann [siehe Nr. 15], nahe verwandtschaftliche Beziehungen bestehen. [(Jöcher’s) Gelehrten-Lexikon, Bd. IV. – (Uhsen’s) Lexikon der berühmtesten Kirchenlehrer und Scribenten des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Bd. II, Seite 1008. – Horányi (Alexius). Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum etc. (Posonii 1777, A. Loewe, 8°.) tom. III, p. 589–592. – Klein (Joh. Samuel). Nachricht von den Lebensumständen und Schriften evangelischer Prediger in allen Gemeinden des Königreichs Ungarn (Leipzig und Ofen 1789, Diepold) Bd. I, S. 504–509. – Porträt. In Kupfer gestochen mit acht lateinischen Versen von Friedrich Rappolt unter dem Stich.]. –