BLKÖ:Weyhe-Eimke, Arnold Karl Ferdinand Freiherr von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 55 (1887), ab Seite: 193. (Quelle)
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Weyhe-Eimke, Arnold Karl Ferdinand Freiherr von (Schriftsteller und Geschichtsforscher, geb. zu Lüneburg im Königreich Hannover am 8. Februar 1830). Sein Vater war der 1850 auf seinem Landsitze Weyhe von Ulzen im Alter von 93 Jahren verstorbene als großer hannoveranischer Patriot bekannte Freiherr Wilhelm Friedrich Karl von Weyhe, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Eimke, Landrath des Fürstenthums Lüneburg, und seine Mutter Wilhelmine eine geborene Freiin von Weyhe aus dem Hause Fechenhorst. Freiherr Arnold gehört einem alten, schon 1096 urkundlich vorkommenden niedersächsischen Adelsgeschlechte an, aus welchem sein directer Ahnherr Friedrich, Staatskanzler zu Celle, nebst dessen Bruder Eberhard ddo. Prag 23. September 1601 von Kaiser Rudolf II. auf Grund ihrer alten dynastischen Familie den Titel eines Freiherrn und Edlen Herrn erhielt, was eigentlich nur eine Bestätigung des alten Adels war. Freiherr Arnold genoß seine Bildung durch Hauslehrer, kam dann auf das Gymnasium in Celle und 1844 auf die Ritterakademie zu Lüneburg, auf welcher auch der nachherige österreichische geheime Rath Graf Blôme mit ihm erzogen wurde. Von Lüneburg ging er auf die Universität Bonn, wo er rechts- und staatswissenschaftliche Collegien besuchte. Nun arbeitete er im königlichen Archive zu Hannover und im Preßbureau des königlichen Gesammtministeriums daselbst, bis der Krieg von 1866 ihn nach Oesterreich vertrieb. Hier fand er eine Stellung als Archivar des Prinzen Wilhelm von Schaumburg-Lippe auf Schloß Nachod in Böhmen, worauf er 1873 nach einem kurzen Aufenthalte bei dem regierenden Fürsten Johann II. von Liechtenstein die Archive des Grafen Bucquoy zu Glatzen ordnete. Nachdem er diese Arbeit beendet hatte, kehrte er im April 1880 nach Nachod zurück, wo er noch zur Stunde das Amt eines Archivars und Bibliothekars des Fürsten Wilhelm zu Schaumburg-Lippe und eines Revidenten der Herrschaft Nachod versieht. Frühzeitig widmete er sich literarischer Thätigkeit, in welcher ihn nebst angeborener Neigung auch seine archivalische Beschäftigung förderte. Bisher gab er heraus: „Haideblüten. Gedichte“ (Bremen 1854): – „Die Aebte des Klosters St. Michaelis zu Lüneburg. Mit besonderer Beziehung auf die Geschichte des Klosters und der Ritterakademie“ (Celle 1862, gr. 8°., VII und 620 S.): – „Stimmen aus der Zeit. Gedichte“ (ebd. 1862, 8°.); –,Des Königs Ahnen. Weltenlieder“ (Lüchow 1866, Saur, 8°.); – „Erinnerungen an Karlsbad. Gedichte“ (Karlsbad 1865); – „Hoch Oesterreich! Historisches Gedicht von einem Nichtösterreicher“ (ebd. 1866); – „Die historische Persönlichkeit des Max Piccolomini im Schiller’schen Wallenstein und dessen Ende in der Schlacht bei Jankau am 6. März 1685. Eine geschichtliche Quellenstudie aus dem Schlossarchive zu Nachod“ (Pilsen 1870, gr. 8°., 16 S.); – „Wider den Strom. Gedichte eines Hannoveraners“ (Regensburg [194] 1868; 2. verb. und stark verm. Aufl. ebd. 1869, 8°.); – „Ottavio Piccolomini als Herzog von Amalfi, Ritter des goldenen Vliesses, deutscher Reichsfürst und Gemal der Prinzessin Maria Benigna Francisca von Sachsen-Lauenburg. Quellenstudie aus dem Schlossarchive zu Nachod“ (Pilsen 1871, gr. 8°., 53 S.); – „Karl Bonaventura von Longueval, Graf Bucquoy, Retter der habsburgisch-österreichischen Monarchie. Eine Episode aus dem dreissigjährigen Kriege, Quellenstudie aus dem Schlossarchive zu Gratzen. Mit dem Bildnisse des Grafen von Bucquoy (im Stahlst.) nach dem Originalbilde von P. P. Rubens“ (Wien 1876, 90 S., mit 1 Steintaf. in gr. 4°.). Außerdem veröffentlichte der Freiherr, welcher Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften ist, verschiedene Aufsätze im „Jahrbuche der k. k. heraldischen Gesellschaft Adler zu Wien“, im politischen Wiener Journal „Das Vaterland“ und in dem zu Regensburg erscheinenden „Deutschen Hausschatz“.

Teuffenbach (Albin Freiherr). Vaterländisches Ehrenbuch. Poetischer Theil (Salzburg 1879, Dieter, gr. 8°.) S. 1044.