BLKÖ:Wallis, Georg Freiherr

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 52 (1885), ab Seite: 259. (Quelle)
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5. Georg Freiherr (gest. 6. September 1689), der auch mit dem Doppelnamen Georg Ernst erscheint, ist der ältere Sohn des Freiherrn Olivier aus dessen Ehe mit Agnes Maria Gräfin Gutenstein-Hostau und der Stifter der älteren Linie der heurigen Grafen Wallis. Gleich seinem Vater Olivier widmete er sich dem Waffendienste in der Armee des Kaisers und wurde, erst siebzehn Jahre alt, Oberstlieutenant im Regimente Strassoldo; als dieses 1673 nebst anderen der Krone Dänemark zu Hilfe gesendet ward, trat er mit kaiserlicher Bewilligung in dänische Dienste und stand einige Jahre als Brigadier und Oberst bei König Christians V. Leibinfanterie-Regimente. 1682 kehrte er als Generalmajor in kaiserliche [260] Dienste zurück; 1683, während der Belagerung Wiens, führte er das Commando in Raab; 1684 wurde er Commandant der Festung Szathmár, vertheidigte dieselbe gegen den Feind und unterwarf die Orte Kalló, St. Jób und Kleinwardein den kaiserlichen Waffen. Er wohnte der Belagerung und Eroberung von Ofen bei und erstürmte Szegedin und Titel. Bei der Belagerung von Belgrad trug er eine Wunde davon. Im Jahre 1686 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, fungirte er 1687 als Präsident des peinlichen Gerichtes wider die Conspiration gegen den Kaiser zu Kaschau und Eperies. Dann kam er zur Rheinarmee, in welcher er zum Feldzeugmeister vorrückte, und fand vor Mainz, bei einem auf die Contreescarpe unternommenen Sturme am 6. September 1689 einen ruhmvollen Soldatentod. 1682 verlieh ihm der Kaiser das 47. Infanterie-Regiment. Freiherr Georg war mit Anna Magdalena Gräfin Attems vermält, welche ihm die Söhne Georg Olivier und Franz Paul, die nachmaligen Grafen Wallis, gebar. [Ricaut (Paul Chevalier de). Ottomanische Pforte. Bd. II, S. 362 und 374.] –