Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 51 (1885), ab Seite: 161. (Quelle)
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Vöstner, Anton (Tiroler Landesvertheidiger, geb. in Tirol um 1775, gest. zu Brixen am 18. August 1861). Seines Zeichens Seiler, rückte er 1797 mit der Klausener und Lazfonser Schützencompagnie nach Spinges, wo der berühmte Reinisch von Wolders [Bd. XXV, S. 230], ein zweiter Winkelried, seinen Heldentod fand. Dort half er die Höhen so tapfer mitvertheidigen, daß er in Würdigung seines Heldenmuthes mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet wurde. Nicht minder wacker hielt er sich im denkwürdigen Jahre 1809, als er unter Führung des berühmten Bozener Schützenhauptmannes Gasser nach Lavis und Trient zog und in beiden Ortschaften mehrere hitzige Treffen mit den Franzosen bestand. Ob seiner Unerschrockenheit, Umsicht und Ausdauer wurde er von seinem Hauptmanne öffentlich belobt. 1810 ließ er sich in Brixen als Seilermeister nieder und trat, nachdem Tirol 1816 wieder an Oesterreich gefallen, in die zu jener Zeit von dem Hauptmanne Leichter, von Stickler und Prager errichtete Bürgergarde, [162] in welcher er bis 1838 diente. Als noch im selben Jahre von Hauptmann Johann von Kemptner eine neue Standschützencompagnie errichtet wurde, erhielt er in derselben die Stelle eines Unterjägers. In den Reihen dieses Corps blieb er bis in sein hohes Alter und wurde auch, als er starb, mit allen kriegerischen Ehren begraben.

Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 28. August 1861, Nr. 105: „Brixen 24. August“.