BLKÖ:Trtina, Wenzel Tobias

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Trsztyánszki
Nächster>>>
Trtina, Michael von
Band: 47 (1883), ab Seite: 256. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Wenzel Tobias Trtina in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Trtina, Wenzel Tobias|47|256|}}

Trtina, hie und da auch Tertina geschrieben, Wenzel Tobias (Rechtsgelehrter, geb. zu Kremsier in Mähren um das Ende des siebzehnten Jahrhunderts, Todesjahr unbekannt, aber erst nach 1759). Nach Beendigung der Humanitäts- und rechtswissenschaftlichen Studien wurde er Landesadvocat in Mähren, fungirte dann von 1730 bis 1736 als Vicesyndicus, später als erster Syndicus bei dem obersten Rathe der Stadt Brünn und zuletzt als čechischer Secretär beim mährischen Gerichtshofe daselbst, in welcher Eigenschaft er im Jahre 1759 noch lebte. Trtina machte eine Zusammenstellung der für Mähren ergangenen kaiserlichen Rescripte, Pragmatiken, Declaratorien und anderen Sanctionen in publico-politicis et judicialibus. Zunächst trug er sich mit der Absicht, ein Compendium daraus drucken zu lassen, und suchte er auch 1730 um die kaiserliche Bewilligung hiezu nach, worüber dann eine Tribunalscommission zur Untersuchung und Begutachtung bestellt wurde. Aber weder Compendium noch Sammlung gelangten je in die Oeffentlichkeit. Ersteres, welches den Titel führte: „Promptuarium super jus novissimum seu compendium sanctionum fundamentalium et pragmaticarum Marchionatus Moraviae 1740“ und aus drei Manuscriptbänden in Folio bestand, gelangte in die Bibliothek des mährischen Landesadvocaten Balaus, in welcher sich auch eine Sammlung Declaratorien von 1622–1739 in fünf Folio-Manuscriptbänden – wahrscheinlich oberwähnte Sammlung Trtina’s – befand. Das „Promptuarium“ kam später in den Besitz von Max Schimek, dann in die Sammlung des Grafen Auersperg.

d’Elvert (Christian). Historische Literaturgeschichte von Mähren und Oesterreichisch-Schlesien (Brünn 1850, Rudolph Rohrer’s sel. Witwe, gr. 8°.) S. 162.