Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Šumansky, Franz
Band: 40 (1880), ab Seite: 317. (Quelle)
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Suman, Ferdinand Maler, geb. zu Conselve im Venetianischen im Jahre 1801). Napoleon Pietrucci in seinen Biographien der Paduaner Künstler nennt ihn einen Bruder des Marc Anton Suman. Nun wurde Ferdinand im Jahre 1801 geboren, von Marc Anton aber sagt sein Biograph, daß er um die Mitte des 18. Jahrhunderts, also um 1750 das Licht der Welt erblickt habe. Da scheint es denn wenig wahrscheinlich, wenn auch nicht gerade unmöglich, daß diese beiden Männer, deren Geburtsjahre etwas um ein halbes Jahrhundert auseinander liegen, Brüder seien. Ferdinand zeigte frühzeitig Liebe zur Malerkunst, und schon im Alter von elf Jahren kam er in die [318] Schule des Francesco Alberi in Bologna, wo er mit großem Eifer sich auf’s Zeichnen warf und tüchtige Fortschritte darin machte. Acht Jahre lernte er bei diesem Meister, und die erste größere Arbeit, mit welcher er vor der Oeffentlichkeit erschien, waren vier Heiligenbilder, die er der Sakristei der St. Antoniuskirche in Padua zum Geschenk machte. Darauf trat er in den geistlichen Stand, blieb aber seiner Kunst treu und arbeitete seine Bilder für verschiedene Kirchen. Wir erwähnen von seinen Gemälden: einen „h. Joseph“, gleichfalls für die St. Antoniuskirche in Padua; eine „Madonna“ und mehrere Heilige aus dem Capuciner-Orden, für die Kirche desselben; einen „h. Franciscus von Sales, der seligen Francisca von Chantal die Regeln seines Ordens übergebend“, für die Salesianerinen; ferner zwei kleinere Bilder, darstellend „Die unbefleckte Empfängniss Mariä“ und den „h. Antonius“, für die Kirche von Arcella; die Bildnisse von 50 Dogen Venedigs, im Thurme der Casa Pachierotti. Außerdem befinden sich zahlreiche Arbeiten seiner Hand, Oelbilder und Zeichnungen in Rothstift, im Besitze von Privaten. – Der oben genannte Marc Anton S. widmete sich bei seiner großen Vorliebe für Musik dieser Kunst und wurde ein Schüler des berühmten Maestro Antonio Calegari [Bd. II, S. 240], der ihn im Cello und im Contrapunkte unterrichtete. Erst zwölf Jahre alt, schrieb er schon eine Messe für das ganze Orchester, welche er persönlich in der Servitenkirche zu Padua dirigirte und die den späteren Ruf des jungen Componisten begründete, denn nun wurden seine Arbeiten gesucht und er von verschiedenen Seiten zu Compositionen für die Kirche aufgefordert. Er schrieb viele Kirchenmusikstücke und mehrere Cantaten zu festlichen oder anderen Gelegenheiten, so bei der Ankunft Napoleons in Padua im Jahre 1808 eine Cantate, zu welcher den Text der Paduaner Poet Sografi lieferte. Marc Anton starb 1817. – Sein Sohn Peter trat in die Fußstapfen des Vaters, bildete sich gleichfalls in der Musik aus, spielte mit Meisterschaft Violoncell und Pianoforte und schrieb mehrere Tonstücke, welche in Lucca im Stich erschienen. Von seinen Kirchenmusikstücken ist vor Allem ein dreistimmiges Miserere mit Begleitung von Saiteninstrumenten zu nennen, welches in der Basilica des h. Antonius zu Padua am Gründonnerstag 1855 mit großem Erfolge aufgeführt wurde.

Pietrucci (Napoleone), Biografia degli Artisti Padovani (Padova 1858, Tipogr. Bianchi, gr. 8°.) p. 264 e 265.