Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stenitzer, Anton
Band: 38 (1879), ab Seite: 202. (Quelle)
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Stenner, Mathias (Schulmann, geb. zu Kronstadt in Siebenbürgen 26. September 1818, gest. ebenda 10. März 1867). Nachdem er im Heimatlande die Vorbereitungsstudien beendet, ging er, wie dieß bei den Protestanten in Ungarn und Siebenbürgen Sitte, nach Deutschland, wo er während der Jahre 1841–1844 an der Hochschule in Berlin die Vorlesungen hörte. Nach seiner Rückkehr ins Vaterland wendete er sich dem Lehramte zu und wirkte in einem solchen an der höheren Volksschule in Kronstadt. Dabei widmete er sich im Anbeginn der Schriftstellerei im mathematischen Fache und gab heraus: „Aufgaben zur Uebung in den vier Rechnungsarten mit ganzen Zahlen“ (Kronstadt 1850, J. Gött, 8°.); – „Praktisches Rechenbuch für Elementar- und höhere Bürgerschulen“ (ebd. 1850, J. Gött, 8°.); die zweite Auflage dieses Werkes erschien unter dem veränderten Titel: „Praktisches Rechenbuch für Stadt- und Landschulen. Zweite verbesserte und durch 300 neue Aufgaben vermehrte Auflage“ (ebd. 1851; dritte Aufl. ebd. 1853, 8°.); – „Zweitausend progressiv geordnete praktische Rechenaufgaben, enthaltend die vier Rechnungsarten mit unbenannten und benannten, nicht blos ganzen, sondern auch gebrochenen Zahlen u. s. w. u. s. w.“ 2 Theile (Kronstadt 1854, J. Gött, 8°.). In der Folge aber war S. durch des Dr. Thomas Fr. Zimpel Erklärung der Offenbarung Johannis sammt Bemerkungen über die Eigenschaften der Zahlen und durch andere ähnliche Schriften tiefsinnig geworden. In dieser Zeit erschien von ihm das Werk: „Lebensstunden“ mit dem zweiten Titel: „Fundgrube der Seele. Ein Christgeschenk für Leute, die daraus graben und Nutzen ziehen wollen. Was helfen Fackeln, Kerze, Brille, wenn „nicht zu sehen“ ist der Wille...“ (Kronstadt 1863, Römer und Kamner, 8°.), wozu noch eine kleinere Folge unter gleichem Titel und im nämlichen Verlage im Jahre 1864 erschien. Indessen [203] nahm sein Tiefsinn immer mehr zu, und durch den Umstand, daß er in den letzten Jahren seine Lebensweise änderte und Vegetarianer wurde, wurde er auch körperlich schwächer, so daß er, erst 49 Jahre alt, als religiöser Schwärmer an Entkräftung starb.

Trausch (Joseph), Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denkblätter der Siebenbürger Deutschen (Kronstadt 1871, Johann Gött, gr. 8°.) Bd. III, S. 335.