BLKÖ:Starhemberg, Eberhard (II.)

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 37 (1878), ab Seite: 167. (Quelle)
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10. Eberhard (II.) (geb. nach Schwerdling im Jahre 1360, nach Zauner 1368; gest. nach Schwerdling 5. Februar 1429, nach Zauner am 9. Februar 1429). Ein Sohn Rüdigers (III.) von S. und dessen zweiter Gattin Maria Anna von Dachsberg. Eberhard studirte zu Paris, wo [168] er Doctor der Theologie wurde. Dann wurde er Domdechant in Salzburg und im Jahre 1427 zum Erzbischof von Salzburg gewählt. In seine nur zweijährige Regierung fallen zwei sehr denkwürdige Vorkommnisse: erstens der Vertrag zwischen ihm und Herzog Friedrich von Oesterreich und Grafen von Tirol ddo. Gratz Elsbethtag 1427, wornach Herzog Friedrich im Zillerthale im Gebirge aus Gold und Silber gegen die Hälfte des Gewinnes und mit dem Vorbehalte der dem Erzstifte gehörigen Gerichte und Herrlichkeiten mitbauen durfte, wogegen sich der Herzog Friedrich verbindlich machte, dem Erzbischof von Salzburg das Salz von dem Erze zu Hallein und das Eisen von den Erzen zu Gmundt und Hüttenberg auf den Straßen seiner Lande hinfür gehen und vertreiben zu lassen; zweitens stellte er den Kirchenfrieden in der Passauer Diöcese wieder her, indem er in dieser Angelegenheit sich nach Wien begab und durch seine persönliche Fürsprache bei Erzherzog Albrecht die Anerkennung Leonhard Layminger’s[WS 1] als Bischof von Passau erwirkte und dadurch alle weiteren Streitigkeiten beilegte. Eberhard hob nun den über Leonhards Widersacher verhängten Kirchenbann auf, und wurde über den ganzen Vorgang eine feierliche Urkunde ddo. 7. December 1428 ausgefertigt. Erzbischof Eberhard war ein strenger Kirchenfürst, der auf Zucht und Sitte in seinem Sprengel sah und gegen das Concubinat der Geistlichen in rücksichtsloser Weise vorging. Dadurch zog er sich viele Feinde zu und Zauner schreibt ausdrücklich, „daß diese ihm und seinem Kämmerer Gift beigebracht, an weichem beide gestorben“. Eberhard wäre nach Zauner 61, nach Schwerdling 69 Jahre alt geworden. Er liegt in der Domkirche zu Salzburg in der St. Anna-Capelle begraben. [Zauner (Judas Thaddäus), Chronik von Salzburg (Salzburg 1798, F. X. Duyle, 8°.), Theil III, S. 43. –Unparteiliche Abhandlung von dem Staate des Erzstiftes Salzburg §. 291, S. 283 und §. 291, S. 345. – Pez (Bernard P.), Thesaurus Anecdotorum novissimus etc. (Aug. Vindel. 1721–1729, Fol.) tom. VI, pars 3, p. 150]. –

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