BLKÖ:Staininger, Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Staininger, O.
Band: 37 (1878), ab Seite: 103. (Quelle)
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Staininger, Joseph (gelehrter Jesuit, geb. zu Wien 12. Februar 1700, gest. ebenda 17. October 1766). Trat 1715, im Alter von 15 Jahren, in den Orden der Gesellschaft Jesu, legte die Ordensgelübde ab, erlangte die philosophische und theologische Doctorwürde und lehrte dann durch mehrere Jahre zu Klagenfurt, Wien die Mathematik, zu Gratz die Philosophie. Nun ging er zum Predigtamte über, welches er durch sieben Jahre zu Linz und Wien, im Profeßhause und im Collegium versah. Wieder zum Lehramt zurückkehrend, trug er zu Tyrnau Polemik und Dogmatik vor, worauf er neuerdings im Predigtamte und zwar im Profeßhause zu Wien thätig war. Nun wurde er folgeweise Rector der Ordenscollegien zu Krems, Traunkirchen und des Wiener Convicts, zuletzt Procurator und College des Directors der Exercitien im Ordenshause bei St. Anna in Wien. Von ihm sind im Druck erschienen: „Leichenrede auf Kaiser Karl VI.“ (Wien 1741, Koliwoda, Fol.); – „Lobrede auf den h. Bernhard, gehalten im Cistercienser-Kloster Heiligenkreuz in Oesterreich“ (Wien 1742); – „Lobrede auf den h. Florian“ (ebd. 1743, 4°.); – „Lobrede auf die heiligen Tyroler, als die Nation ihr Fest feierte“ (Wien 1746, Herzinger, 4°.); – „Lobrede auf die Heiligen Kilian, Coloman und Totnan, Patrone von Franken“ (ebd. 1746, 4°.). Staininger galt seinerzeit als großer Gelehrter im römischen Rechte und als tüchtiger Gräcist. In Klagenfurt war der berühmte Jesuit Erasmus Fröhlich [Bd. IV, S. 375] sein Schüler gewesen. Als Beleg seiner oratorischen Gabe wird die „berühmte Trauerrede“ bei der Todtenfeier für Kaiser Karl VI. bezeichnet.

Jahresbericht des k. k ersten Staats-Gymnasiums zu Gratz (Gratz, 4°.) 1869 S. 78, und 1871 S. 68, in der „Geschichte des Gymnasiums in Gratz“. Von Dr. Richard Peinlich.