BLKÖ:Sinzendorf, Anna Maria

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 35 (1877), ab Seite: 15. (Quelle)
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2. Anna Maria (geb. 2. November 1673, gest. 31. Juli 1736). Von der Ernstbrunn’schen Linie. Eine Tochter des Reichsgrafen Rudolph [Nr. 23] und Eva Susannas Gräfin Zinzendorf. Im J. 1697 vermälte sie sich mit Leo Grafen von Ulfeld (Uhlefeld), k. k. General-Feldmarschall und Vice-König von Catalonien, welchem sie den nachmaligen Obersthofkanzler und Obersthofmeister der Kaiserin Maria Theresia, Corfitz Anton Grafen Ulfeld, gebar. Ihr Schwiegervater, gleichfalls Corfitz Graf Ulfeld, dänischer Reichshofmeister, ward während seiner Abwesenheit einer Verschwörung gegen Dänemark angeklagt, als Hochverräther zum Tode verurtheilt, sein Palast in Kopenhagen niedergerissen und an dessen Stelle eine Schandsäule gesetzt. Ihre Schwiegermutter aber ist Eleonore Christiane Gräfin von Schleswig-Holstein (geb. 1621, gest. im Kloster Maribo auf Laaland im Jahre 1698), eine durch ihre merkwürdigen Schicksale interessante Frau, deren Aufzeichnungen, die sie im Gefängnisse in altdänischer Sprache gemacht, erst in neuester Zeit auf dem Graf Johann Waldstein‘schen Schlosse Palota in Oesterreich gefunden und von Johannes Ziegler, Bibliothekar der k. k. Marine in Wien, aus der von dem Dänen Birket Smith veranstalteten Original-Ausgabe in deutscher Uebersetzung unter dem Titel: „Denkwürdigkeiten der Gräfin zu Schleswig-Holstein, Leonora Christiana vermälten Gräfin Ulfeldt aus ihrer Gefangenschaft“ (Wien 1871, Gerold S., 8°.) herausgegeben wurden. In ihrem Gefängnisse dichtete Eleonore Christiana auch mehrere geistliche Lieder. –