BLKÖ:Schindler, Karl Georg

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Schindler, Anna
Band: 30 (1875), ab Seite: 22. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Schindler, Karl Georg|30|22|}}

Schindler, Karl Georg (Forstmann und Fachschriftsteller, geb. im Städtchen Zrutsch (Zruč) an der Sázava 13. Juli 1834). Sein Vater Karl beschäftigte sich mit Landwirthschaft, so bekam denn auch der Sohn eine Vorliebe für praktisch-wirthschaftliche Beschäftigung und Studien. Nachdem er den ersten Unterricht in seinem Geburtsorte erhalten hatte, kam er im Jahre 1845 nach Kuttenberg, später, 1847–1849, nach Iglau und zuletzt, 1850, nach Prag, wo er nach beendeter Realschule die Studien im ständisch-polytechnischen Institute fortsetzte. Dem Forst- und Bergwesen sich zuwendend, bezog er im Jahre 1854, mit einem Staatsstipendium versehen, die Bergschule zu Schemnitz. Nach seinem Austritte aus derselben widmete er sich dem Forstdienste und wurde 1856 in Ungarn dem k. k. Bezirks-Forstamte Sellye als Forstcandidat zugewiesen. Nachdem er in einiger Zeit (1858) die forstwissenschaftliche Staatsprüfung abgelegt, wurde er Forstpraktikant, führte als solcher 1859 bis März 1860 die Leitung der Forstverwaltung in Sellye und wurde im März 1860 zum Professor der Mathematik in der Forstlehranstalt Weißwasser ernannt. Im Februar 1861 zum vortragenden Assistenten an der k. k. Forstakademie zu Mariabrunn nächst Wien befördert, hatte er auch höhere [23] Mathematik und forstliche Bauwissenschaft vorzutragen. Im Jahre 1867 übernahm er dazu einen unobligaten, vom Ministerium bewilligten Curs über höhere Mathematik. Als im genannten Jahre die Reorganisirung der Forstlehranstalt zu einer vollständigen Hochschule erfolgte, wirkte S. an der Ausführung dieser Maßregel mit, entwarf im Auftrage des Ministeriums die Pläne für die Umgestaltung des Gebäudes und die Unterrichtseinrichtungen und leitete deren Ausführung. Nun übernahm er als Honorar-Docent die Professur der forstlichen Ingenieurfächer, und zwar höhere Mathematik, darstellende Geometrie, Baukunde, Situations-, Maschinen-, Bau- und descriptives Zeichnen. Anfangs October 1868 bis 20. Mai 1870 hatte er als Delegirter der k. k. Forstakademie und zugleich Regierungs-Commissär der schlesischen Landesregierung und des Cultusministeriums die neuen Forstbetriebseinrichtungen an den Domänen Freiwaldau, Zuckmantel, Friedeberg und Johannisberg zu prüfen. Vom 20. Mai 1870 bis 30. März 1871 war er als k. k. Forstreferent für die Grundsteuer-Regulirungsangelegenheiten in Brünn thätig, worauf er im April letztgenannten Jahres als k. k. Central-Inspector für die forstlichen Angelegenheiten der Grundsteuer-Regelung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom Minister berufen und im Juli 1873 zum k. k. wirklichen Finanzrathe ernannt wurde. Auch ist S. seit der Einberufung und Constituirung der k. k. Central-Commission für die Grundsteuer-Regelung ihr gesetzmäßiges ständiges Mitglied. In seinem Wissenszweige ist S. auch fleißig als Schriftsteller thätig und hat bisher folgende Werke herausgegeben: „Vorlesungen über die Forstbenützung, Forsttechnologie an der böhmischen Forstlehranstalt zu Weisswasser“ (als Manuscript lithographirt 1860); – „Die k. k. Forstlehranstalt zu Mariabrunn. Eine geschichtlich-statistische Darstellung seit ihrer Entstehung bis auf die Gegenwart. Eine Festgabe zu der am 12. October 1863 stattfindenden fünzigjährigen Jubelfeste“ (Wien 1863, Braumüller, gr. 8°., mit 1 Ansicht) [vergl. darüber: Zarncke’s „Liter. Centralblatt“ 1864, Sp. 853]; – „Schematismus und Statistik der Staatsforste, der forstlichen Lehranstalten und Vereine des österreichischen Kaiserthums“, I. Jahrg. (Wien 1864, ebd., gr. 8°.) [vergl. darüber: Zarncke’s „Centralblatt“ 1865, Sp. 322]; – „Mathematische Aufgaben nebst ihren Lösungen. Zum Gebrauche auf Forst-, Berg-, landwirthschaftlichen und anderen technischen Akademien, sowie zum Selbstunterrichte (Wien 1864, ebd., gr. 8°.); – „Uplný obor nauky lesnické“, d. i. Das ganze Gebiet der Forstwissenschaft, 6 Bdchn. (Prag 1865, Kober), bildet einen Bestandtheil des čechischen Sammelwerkes „Rolnik nového veku“, d. i. Der Landwirth der neuen Zeit, und wurde vom böhmischen Forstvereine mit dem Accessit gekrönt. – „Die Forst- und Jagdgesetze der österreichischen Monarchie“ (Wien 1866, Braumüller, gr. 8°.) [vergleiche darüber: Zarncke’s „Centralblatt 1866, Sp. 1091]; – „Portefeuille für Forstwirthe, Ingenieure u. s. w.“ (Wien 1872; 2. Aufl. 1875). Außer diesen selbstständig herausgegebenen Schriften sind von ihm kleinere Abhandlungen und Aufsätze in den Fachblättern: Mittheilungen des ungarischen Forstvereins, Allgemeine Forst- und Jagdzeitung, Vereinsschrift der mährisch-schlesischen Forstwirthe. Vereinsschrift der böhmischen Forstwirthe. Mittheilungen der zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien, Österreichische Monatschrift [24] (früher Vierteljahrschrift) für’s Forstwesen u. a. enthalten, S. ist seit November 1863 Correspondent der k. k. geologischen Reichsanstalt; ferner Mitglied der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien und mehrerer Fachvereine.

Eigene handschriftliche Notizen und die österreichischen Bücherkataloge.