BLKÖ:Scheint, Daniel Gottlieb

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 29 (1875), ab Seite: 175. (Quelle)
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Scheint, Daniel Gottlieb (Arzt und Fachschriftsteller, geb. zu Mediasch in Siebenbürgen 8. September 1772, gest. ebenda 2. Juli 1835). Nachdem er das Gymnasium in Mediasch beendet, begab er sich nach Wien, wo er die medicinischen Studien hörte und daraus die Doctorwürde erlangte. Nun schreibt Trausch, hatte Scheint „unter Kaiser Joseph’s II. Regierung die Stelle eines Physicus im Szolnoker Kreise bekleidet“. Kaiser Joseph II. aber ist im Jahre 1790 gestorben, Scheint, der im Jahre 1772 geboren ist, hätte also mit 18 Jahren die medicinischen Studien beendet und die Doctorwürde erlangt, das ist denn doch wohl nicht anzunehmen. Später, nach Herstellung der alten Verfassung, wirkte er durch 36 Jahre als Physicus in Mediasch in verdienstlichster Weise. Als die Kuhpocken-Impfung an die Tagesordnung kam, war S. einer der eifrigsten Verfechter und Förderer des neuen Verfahrens, verschaffte sich Impfstoff unmittelbar aus England, und unbekümmert um das herrschende Vorurtheil, das er überall zu bekämpfen suchte, wendete er die Impfung, wo sich ihm Gelegenheit darbot, an. Auch für die Linderung der unfreiwilligen Bewohner der Mediascher Gefängnisse war er eifrigst besorgt. Im Drucke hat S. folgende Schriften veröffentlicht: „Die Heilquelle von Borszék, nach eigenen Erfahrungen in Kürze beschrieben von einem praktischen Arzte. Mit dem lithographirten Situationsplane des Borszéker Gesundbrunnens“ (Wien 1824, Wallishausser; 2. Aufl. Pesth 1825, kl. 8°.); – „Anzeige, das kohlensaure Borszéker Gesundheitswasser betreffend, in Beziehung auf die Cholera morbus (Brechruhr)“ (Kronstadt 1830, 4°.), es gibt Exemplare dieser Schrift mit der Zueignung an das kais. russische Ministerium des Innern und die medicinische Facultät zu St. Petersburg von Seite Georg Duldner’s, Pächters des Borszéker Brunnens; – „Das Land und Volk der Szekler in Siebenbürgen in physischer, politischer, statistischer und geschichtlicher Hinsicht. Nebst einer (von S. gezeichneten geogr. hydrographischen General-) Karte des Szekler-Landes“ (Pesth 1833, 8°.), eine mit großem Fleiße gearbeitete Schrift, welcher eine reiche Literatur über diesen Gegenstand beigegeben ist. S. erscheint auch als besonderer Wohlthäter des evangelischen Gymnasiums in Mediasch, denn die Bibliothek desselben verdankt ihm mehrere werthvolle Werke, das Mineralien-Cabinet die meisten, zum Theile ausgezeichnet schönen Stücke und der evangelische Schulfond eine Schenkung im baaren Gelds.

Trausch (Joseph), Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denk-Blätter der Siebenbürger Deutschen (Kronstadt 1871, Joh. Gött, gr. 8°.) Bd. III, S. 166. – Gräser (Andreas). Geschichtliche Nachrichten über das Mediascher Gymnasium, S. 127.