Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 32 (1876), ab Seite: 133. (Quelle)
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1. Amalie Schütz, in der Künstlerwelt als Schütz-Oldosi gekannt (geb. zu Wien im Jahre 1803, gest. ebenda am 21. September 1852). Sie war eine Tochter des Wiener Kartenmalers Holdhaus, aus welchem Namen später, als sie als Sängerin die Bühne betrat, der italienisirte Name Oldosi gebildet wurde. Schon in ihrer zartesten Kindheit hatte sie eine entschiedene Vorliebe für die Kunst, hauptsächlich für Musik und Gesang. Doch die Eltern konnten sich nicht entschließen, ihre Tochter für die Kunst ausbilden zu lassen. In ihrem siebenten Jahre hörte sie die berühmte Campi [s. d. Bd. II, S. 247], welche sogleich das seltene Talent und die herrliche Stimme der Kleinen erkannte und die Eltern zu bestimmen wußte, daß Amalie die erste Anleitung im Clavierspiel und Gesang erhielt. Bald bildete sich das lernbegierige Mädchen so aus, ihre Stimme entfaltete sich auf eine so imposante Weise, daß man allgemein auf sie aufmerksam wurde. Es dauerte nicht lange, so erschien sie vor dem Publicum, welches die jugendliche Künstlerin reich mit Beifall auszeichnete. Sie wurde Sängerin im Theater an der Wien, als Graf Pálffy [Bd. XXI, B. 202) die in den Annalen der Wiener Bühnengeschichte denkwürdige Leitung dieses Theaters führte. Hier lernte sie ihren späteren Gemal, den an dieser Bühne als Sänger wirkenden J. Schütz kennen, und schrieb sich nach ihrer Heirath Schütz-Oldosi. Ihre herrliche Stimme, verbunden mit der ausgezeichneten Schule, in der sie gebildet worden, verhalfen ihr bald von Triumph zu Triumph. Sie sang in Neapel, Mailand und die ersten Bühnen Italiens gaben sich alle Mühe, die berühmte Sängerin für eine Saison zu gewinnen. Das Glück, das sie machte, war ein aufmunterndes Beispiel für andere deutsche Sängerinen und Landsmänninen, denn die Ungher, Löwe, Lutzer, Goldberg traten in ihre Fußstapfen und enthusiasmirten Italien mit ihrer Kehlenfertigkeit. Die Schütz-Oldosi war jedoch die Erste, welche diesen Weg eingeschlagen. Man überhäufte die ausgezeichnete [134] Künstlerin mit Ehren; mehrere philharmonische Vereine ernannten sie zu ihrem Ehrenmitgliede. Gegen das Jahr 1838 zog sich die überall gefeierte Sängerin, welche Kaiser Franz I. zur k. k. Kammersängerin ernannt hatte, von der Bühne zurück und wirkte nur mehr als Concertsängerin und in letzterer Zeit als Gesangsmeisterin. Im Jahre 18532 ging sie nach London, machte dort trotz ihrer nicht sehr frischen Stimme die Saison mit und kehrte mit den ehrendsten Auszeichnungen in die Heimat zurück. In dem Wien nahegelegenen Curorte Baden suchte sie Erholung, gebrauchte auch die Cur, die aber eine so unglückliche Wendung nahm, daß sie tödtlich erkrankte und auch – erst 49 Jahre alt – starb. –