BLKÖ:Rint, Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rint, Johann
Band: 26 (1874), ab Seite: 170. (Quelle)
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Rint, Joseph (Bildschnitzer, geb. zu Kukus im Jahre 1842). Sohn des berühmten Bildschnitzers Johann Rint [s. d. Vorigen]. Den Unterricht in der Kunst, die sein Vater mit so seltenem Geschick ausübte, erhielt der Sohn, der früh Talent dafür zeigte, von seinem eigenen Vater, den er anfänglich in kleineren, später bei größeren Arbeiten mit Erfolg unterstützte. Als dann der Vater im Jahre 1849 für drei Jahre ein kaiserliches Stipendium erhielt, um sich in seiner Kunst zu vervollkommnen, war dessen Freude über diese kaiserliche Gnade um so größer, als er an seiner eigenen Ausbildung zugleich seinen Sohn theilnehmen lassen konnte. So begleitete denn auch Joseph seinen Vater nach München und bildete sich unter des Vaters unmittelbarer Leitung in seiner Kunst immer mehr und mehr aus. Da er in Gemeinschaft mit seinem Vater arbeitet, so ist von seinen selbstständigen Werken nur wenig bekannt. Unter anderen sind zu nennen für das Stift St. Florian eine „Mutter Maria mit dem Christus auf dem Schoosse“ aus Lindenholz, über welche ihrer Stellung wegen dem Künstler mancherlei Schwierigkeiten darbietende Gruppe nur Eine Stimme der Anerkennung herrschte; – dann ein „Heiliger Georg zu Pferde, wie er den Drachen tödtet“, Hauptbild für einen gothischen Altar in der Kirche zu Riedau; – eine „Himmelfahrt Mariä“, gleichfalls Mittel-Reliefbild für einen gothischen Altar in der Pfarrkirche zu Kirchstetten in Unterösterreich, ein Werk von bezaubernder Schönheit, an dessen Ausführung sich auch der Vater betheiligt hat; – dann eine zweite „Himmelfahrt Mariä“ für die Kirche des Klosters Seitenstetten; – ein zu beiden Seiten von „Engeln umgebenes Crucifix mit reicher ornamentaler Verzierung“, bestimmt als [171] Unterbau zu dem berühmten alterthümlichen Altar in der Kirche zu Kefermarkt. Im Jahre 1863 hieß es in den Blättern, daß der Künstler mit einem kaiserlichen Reisestipendium sich nach Rom begebe. Aber auch in einer andern Hinsicht noch ist Rint der Sohn erwähnenswerth. Er ist ein geschickter Turner und hat bei der großen Ueberschwemmung, welche im Jahre 1862 in Oberösterreich statthatte, damals 20 Jahre alt, mit „eigener Lebensgefahr“, wie es in der ihm gewordenen kaiserlichen Anerkennung ausdrücklich heißt, mehreren Personen, unter anderen einem Vater mit vier Kindern, den er von dem Dache des reißend umströmten Hauses, dessen Mauern bereits einzustürzen begannen, heruntergebracht, das Leben gerettet. Rint wurde dafür in Anwesenheit der Gemeinderäthe, der behördlichen Vorstände und des geladenen Turnrathes festlich mit dem Verdienstkreuze mit der Krone geschmückt.

Presse 1862. Abendblatt Nr. 284. – Linzer Zeitung 1862, Nr. 166, Mittheilung von Adalbert Stifter. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1863, Nr. 313. – Wiener Zeitung 1863, Nr. 256; 1867, Nr. 121. – Neue freie Presse 1867, Nr. 1102. – Neues Familien-Journal (Beilage des neuen Wiener Tagblatt) 1867, Nr. 69.