BLKÖ:Richter, Ignaz Loyola

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 55. (Quelle)
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20. Richter, Ignaz Loyola (Schriftsteller, geb. zu Lemberg in Galizien im Jahre 1804, gest. 6. November 1844). Sein Vater Franz bekleidete das Amt eines Grenz-Kämmerers in Cernichow, der Sohn besuchte zuerst die Schulen in Zamosc, kam dann in ein in Tomašzow errichtetes französisches Institut, darauf nach Lemberg und von dort nach Zamosc zurück, wo er seine Studien beendete. Nun war er ein paar Jahre als Lehrer der polnischen und lateinischen Sprache zu Scebresin thätig, darauf begab er sich nach Warschau und hörte dort schöne Wissenschaften und Theologie, erlangte einen Preis für die Beantwortung der Preisfrage: „Quis est supremus controversiarum fidei judex“, und die philosophische Magisterwürde für zwei Abhandlungen: „Ueber die Methoden des Unterrichts“ und „ Panegyricus in laudem Konarsky“. In den Jahren 1824–1830 wirkte er als Lehrer an der Schule der Dominikaner zu Warschau und im Jahre 1832 wurde er Bibliothekar bei dem Grafen Zamoyski und machte sich insbesondere durch einige literarische Polemiken, die er mit Maciejowski und einigen anderen Historikern in den Warschauer Zeitschriften durchfocht, in schriftstellerischen Kreisen bekannt. Die Titel seiner im Drucke erschienenen Arbeiten sind: „Quantum Poloni duce Joanni Sobieski rege et Saxones duce Joanni Georgio Electore anno 1683 contulerint ad liberandam Austriam et Germaniam ab impetu Osmanorum“; – „Andreas Patritius Nidecki juvenibus polonis imitandus proponitur“; – „Wiadomość o žyciu i pracach naukowich księdzia Jana Alana Bardzińskiego“, d. i. Nachricht von dem Leben und den gelehrten Schriften des Geistlichen Johann Alan Bardziński; – „Wiadomość hysteryczna o kościele i klasztoru księžy dominikanów warszawskych“, d. i. Geschichtliche Nachricht von Kirche und Kloster der Dominikaner in Warschau. R. starb in der vollen Manneskraft von erst 40 Jahren, und in seinem handschriftlichen Nachlasse befanden sich zwei Werke, eines „über die Leichenreden in Polen“, die, als eine Fülle historischen Materials enthaltend, eine größere Aufmerksamkeit der Geschichtschreiber verdienen, als ihnen bisher zu Theil geworden, und eine Geschichte der Zamoyski’schen Akademie.