BLKÖ:Reinhold, Friedrich Philipp

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 25 (1873), ab Seite: 217. (Quelle)
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Reinhold, Friedrich Philipp (Maler, geb. zu Gera im Jahre 1779, gest. zu Wien 22. April 1840), ein bedeutender Künstler und das Haupt einer zahlreichen Künstlerfamilie, welche seit Anfang des laufenden Jahrhunderts in Wien lebt. Friedrich Philipp erhielt gleich seinem Bruder Heinrich den ersten Unterricht in der Kunst in Dresden, kam aber bald nach Wien, wenigstens befand er sich im Jahre 1806 bereits da, indem ihm in diesem Jahre sein jüngerer Bruder Heinrich [s. d. S. 220] nachgezogen war, um unter seiner Leitung die k. k. Akademie der bildenden Künste zu besuchen. [218] In Wien erwarb er sich durch seine Leistungen bald den Ruf eines sehr geschätzten Künstlers, dessen Arbeiten ebenso beliebt als gesucht waren. Vornehmlich malte er Landschaften, theils nach eigener Erfindung, theils nach der Natur, theils nach Originalen berühmter Meister, und bewies besonders in letzteren eine große Virtuosität der Nachahmung. Im Anfange malte er Historien und Bildnisse, vom Jahre 1814 an aber wendete er sich aus eigenem Antriebe dem landschaftlichen Fache zu, bei welchem er auch bis an sein Lebensende verharrte. Zwei seiner Gemälde haben Aufnahme in der Abtheilung „moderne Schule“ in der kais. Belvedere-Gallerie gefunden und zwar: „Der Berg Hohenstaufen, von Aigen aus gesehen. Im Vordergrunde eine Schnitterin mit zwei Kindern“ – und „Bauernhaus mit zwei Weibern und einem Kinde“. Von der ersten Ausstellung, in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien im Jahre 1816 bis zum Jahre 1839 begegnete man fast regelmäßig seinen Arbeiten in den Ausstellungsräumen. Der ungleich größere Theil derselben ging aber sofort in Privatbesitz über. Von seinen öffentlich ausgestellten Werken sind anzuführen in den Jahres-Ausstellungen bei St. Anna im Jahre 1816: „Ideale Landschaft mit Gewitterwolken und Sturm“; – „Hirte auf einer Gebirgskuppe bei sinkender Sonne“, beide Eigenthum der Dichterin Karoline Pichler; – 1820: „Landschaft mit tanzenden Hirten“, Ideal; – „Ideale Landschaft, im Vordergrunde St. Christoph mit dem Christuskinde“; – „Ansicht des Klosters auf dem Kapuzinerberge in Salzburg“; – „Landschaft mit einem Wanderer“; – „Ansicht des Unterberges, vom Nonnthal aus in Salzburg“; – 1821: „Zwei Landschaften nach Poussin“; – „Drei Landschaften aus den Umgebungen von Ernstbrunn“, für den Fürsten Prosper Sinzendorff; – 1822: „Landschaft mit Gehölz“, 2 Bilder; – „Landschaft mit Ruinen und Felsen“; – „Landschaft mit Ruine“; – „Zwei ideale Landschaften“, Tod und Leben ausdrückend, zwei herrliche Bilder; – „Ruinen von Rauhenstein bei Baden“; – „Ideale Landschaft“; – „Gegend bei Ernstbrunn“, 2 Ansichten; – 1824: „Amor lehrt die Thiere“. Zeichnung; – „Landschaften“ in Miniatur; – „Kirchhof mit Kirche“, Oelgemälde; – „Landschaft, Reiter mit zwei Pferden und einem Hunde“, Oelgemälde; – „Amor schüttet seine Pfeile unter die Thiere“, Oelbild; – „Gewitterlandschaft“, Oelbild; – „Landschaft mit einem Bettler auf Krücken“; – 1826: drei „Ideale Landschaften“; – 1830: „Flöte blasender Hirt neben ruhenden Schafen. Tiefer Abend“, eine Art Wachsmalerei auf Papier; – „Ein auf Felsen stehender Bauernknabe“; – „Landschaft mit einer Bleiche“; – „Eine schlafende Grasmäherin“; – „Italienischer Hirt“; – 1832: „Ein Knabe, mit einem Blatte Papier in der Hand“, Aquarell; – „Ansicht des Unterberges in Salzburg und des Watzmanns in Berchtesgaden von Aigen aus“; – „Abendlandschaft“; – „Ansicht von der Terrasse des Kapuzinerklosters in Sorrento“; – „Leinwandhändler zeigt einem Mädchen Tücher“; – „Veste Salzburg mit dem Untersberge im Hintergrunde, vom Kapuzinerberge aufgenommen“; – 1833: „Gegend um Ebensee“; – 1834: „Burghof im Mondschein und Pechpfannenbeleuchtung“; – „Landschaft mit wasserschöpfenden Mädchen“; – „Kampf des h. Georg mit dem Drachen“; – 1835: „Ideale Landschaft“; – 1837: „Die trinkende Grasmäherin“; – „Der Verstossene“; – 1838: „Bauernhaus im Schatten eines Nussbaumes“; – 1839: „Des Hirten Abendgebet“, Zeichnung; – „Ideale“, Tuschzeichnungen; – „Schafe aus einer Quelle trinkend“; – „Eine brennende Burg“. Reinhold hat auch [219] einige Blätter, theils allein, theils mit seinem Bruder Heinrich in Gemeinschaft radirt. Von den bisher angeführten Künstlern dürften Franz und Friedrich seine Söhne sein.

(Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrg. 1821. März Nr. 27 u. 28; 1822, August Nr. 95, December Nr. 152; 1824, September Nr. 105 u. 106. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XII, S. 404. – Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortges. von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 326. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Zweite Abthlg. Bd. V, S. 820, Nr. 13. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna, 1820, S. 24, Nr. 247–250; 1822, S. 17, Nr. 71, 72, 74, 78, 81; S. 21, Nr. 165; S. 23, Nr. 205; S. 25, Nr. 260, 261; 1824, S. 9, Nr. 148; S. 12, Nr. 211; S. 15, Nr. 13, 23, S. 16, Nr. 23, 29; S. 21, Nr. 114; 1826, S. 13, Nr. 28; S. 14, Nr. 46; 1830, S. 11, Nr. 126; S. 19, Nr. 83, 84; 1832, S. 8, Nr. 83; S. 21, Nr. 156–159, 162; 1834, S. 16, Nr. 74; S. 18, Nr. 110; S. 20, Nr. 145; 1835, S. 17, Nr. 134; 1837, S. 19, Nr. 156; S. 21, Nr. 186; 1838, S. 14, Nr. 108; 1839, S. 6, Nr. 62; S. 8, Nr. 135; S. 15, Nr. 126; S. 18, Nr. 187.