BLKÖ:Radwański, Andreas

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 24 (1872), ab Seite: 209. (Quelle)
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Radwański, Andreas (Maler, geb. zu Biala 20. November 1711, gest. zu Krakau 11. September 1762). Kam in noch jungen Jahren zu den Piaristen nach Krakau, die ihn in der Malerei unterrichten ließen und später zur weiteren Ausbildung nach Deutschland schickten. Im Jahre 1739 kehrte er nach Krakau zurück, begab sich aber bald nach Jędrzejow, einem polnischen Städtchen, wo er ein kleines Grundstück besaß und bis zum Jahre 1749 wohnte. Im letztgenannten Jahre übersiedelte er nach Krakau und nahm daselbst seinen bleibenden Aufenthalt. R. malte al fresco, dann viele Heiligenbilder und auch Bildnisse. Von seinen al fresco gemalten Kirchen sind anzuführen: die Kirche zu Strzałkow in den Jahren 1745 und 1746, die St. Annacapelle zu Sobkow im Jahre 1747, die Kirche zu Demnin im nämlichen Jahre und die Wandmalereien im bischöflichen Palaste zu Kielce, ebenfalls im Jahre 1747. Als er später nach Krakau übersiedelte, malte er viele Kirchen und Capellen daselbst, so die Marienkirche und ihre Capellen in den Jahren 1750, 1752–1754; – in der Dominikanerkirche die Capelle des h. Hyacinth und den ganzen unter dieser Capelle befindlichen Theil der Kirche in den Jahren 1757–1759; – in der Franziskanerkirche den Plafond 1757–1759; – in der St. Adalbertkirche die Wände und die Kuppel im Jahre 1758; – ferner .in der Umgebung von Krakau die Kirche der regulirten Domherren zu Mstow im Jahre 1755; – die Kirche zu Staniątki [210] im Jahre 1759; – zu Zielone im Jahre 1758 und zu Tyniec im Jahre 1754. Sein Name als Künstler war von Bedeutung, denn im Jahre 1753 berief ihn König August III. nach Dresden, um von ihm mehrere Arbeiten im dortigen Theater ausführen zu lassen; aber er hielt sich nicht lange dort auf, vielleicht trieb ihn, wie Rastawiecki meint, künstlerische Eifersucht von dort. Außer den oberwähnten Fresken, welche jedenfalls zu seinen vorzüglicheren Arbeiten zählen, malte er auch Oelbilder, und es befinden sich von seiner Hand in der Piaristenkirche zu Krakau drei Altarblätter: „Der H. Pantaleon“; – „Der H. Ivo“ und „Der H. Cajetan“, wie er denn überhaupt für diesen Orden, dem er ja seine künstlerische Ausbildung verdankte, noch vieles Andere gemalt hat, so einen „H. Stanislaus“, einen „H. Florian“, „Die sechs Geheimnisse des Leidens und Sterbens Christi“, „Wladislaw IV., König von Polen“, den „Bischof Szaniawski“, den „Akademiker Markiewicz“, die „Bildnisse von Johann Gorczynski“, „Alexander Radzki“ und noch mehrerer Priester des Piaristenordens. In der Bronislawa-Kirche befinden sich von ihm gemalt zwei Seitenaltarbilder, Darstellungen aus dem Leben zweier Heiligen aus der Familie der h. Bronislawa, endlich in der Kirche zu Mlodz mehrere Altarblätter, als der „H. Joseph“, die „H. Elisabeth“, der „H. Karl Borromäus“, der „H. Laurenzius“ und der „H. Petrus“, sämmtlich aus den Jahren 1747. Minderen Werth als seine Fresken, in welchen sich gute Zeichnung mit großem Ideenreichthum kundgibt, besitzen seine Oelbilder; die Technik der Oelmalerei, da er doch meist al fresco malte, war ihm nicht so geläufig. Eine Sammlung seiner Skizzen, meist religiösen Inhalts, aus den Jahren 1755–1762 befindet sich im Besitze des Herrn Xaver Kosecki. R. hinterließ auch in Handschrift eine Art Tagebuch oder Memoiren, welche der bekannte Krakauer Archäolog Ambros Grabowski, eingesehen und bei seinen Arbeiten benützt hat. Es enthält dieses Manuscript nicht nur Aufzeichnungen aus seinem Leben, sondern auch Bemerkungen über Kunst und Künstler, welche zu seiner Zeit lebten.

Rastawiecki (Edward), Słownik malarzów połskich tudzież obcych w Polsce osiadłych lub czasowo w niéj przebywających, d. i. Lexikon der polnischen Maler, wie auch der fremden, die sich in Polen bleibend niedergelassen, oder aber nur einige Zeit aufgehalten haben (Warschau 1857, Orgelbrand, Lex. 8°.) Bd. II, S. 122. – Grabowski (Ambrozy), Mozajka złożona z wiadomości starożytnych, dziejów sztuki, ułamków biograficznych i t. d., d. i. Mosaik, zusammengelegt aus alterthümlichen Nachrichten, der Kunstgeschichte und biographischen Fragmenten (o. J. [Krakau], 8°.) S. 6.