BLKÖ:Quaisser, Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 24 (1872), ab Seite: 134. (Quelle)
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Quaisser, Joseph (Maler, Kupferstecher und Zeichner, geb. zu Seifersdorf im Bunzlauer Kreise Böhmens, Geburtsjahr unbekannt). Seine künstlerische Bildung erhielt er in Prag, wo er an der Akademie unter J. Bergler seine Kunststudien machte und sich bald durch seine Arbeiten, welche ein schönes Talent bekundeten, hervorthat. Er malte, radirte, lithographirte und zeichnete. Christian Graf Clam-Gallas war Quaisser’s Mäcen, der ihm theils Aufträge zu verschiedenen Arbeiten gab, theils ihn auch sonst in seinen Bestrebungen unterstützte. Q. malte Bildnisse und historische Stücke. Von diesen sind bekannt: „Der Traum des h. Joseph“, 1820 und „Der h. Christian, Erzbischof von Antiochia, vor dem Altare kniend“, 1825 und beide im Auftrage des Grafen Clam-Gallas gemalt. Sowohl das erstere, wie das letztere, das den Namenspatron seines Mäcens darstellt, ist nach dem Ausspruche der Fachkritik von lebendiger Färbung im strengen Kunststyle gehalten. Im Auftrage der Stadt Reichenberg malte er das „Bildniss Sr. Majestät des Kaisers Franz I.“ und das des „Grafen Clam-Gallas“, beide im Rathsaale der Stadt Reichenberg aufgestellt. Andere Werke des Künstlers befinden sich im Besitze [135] der Graf Clam-Gallas’schen Familie, auf den Besitzungen derselben und sonst noch bei Privaten. Von seinen Lithographien und Radirungen sind bekannt: „Bildnisse berühmter Männer“, auf Stein gezeichnet (Fol.); – „Der heilig. Johannes“, einzelne Figur aus Raphael’s Disputa, nach J. Bergler’s Zeichnung radirt (kl. Fol.), auch einzelne Abdrücke vor der Schrift; – „Treue Abbildung des Marienbildes in der Wallfahrtskirche zu Haindorf bei Friedland“, Lithographie 1825 (Qu. Fol.), Maria hält in der Linken das Kind, in der Rechten einen großen Apfel. Auch gab Q. eine Zeichenschule unter dem Titel: „Anleitung zum Kopf- und Figurenzeichnen in 15 Originalblättern in Handzeichnungs-Manier. Nebst einem Vorworte und erklärendem Texte. 3 Lieferungen (Prag 1831, Bohmann’s Erben, Qu. Fol.) heraus. Ob der Künstler noch lebt, sowie seine ferneren Schicksale sind mir nicht bekannt.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1841, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XII, S. 149. – Kunst-Blatt (Stuttgart, Cotta. 4°.) 1828, S. 195.