BLKÖ:Pfaundler von Sternfeld, August Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 165. (Quelle)
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Pfaundler von Sternfeld, August Anton (Kunstfreund und Künstler, geb. zu Reute in Tirol 25. August 1757, gest. zu Innsbruck 15. April 1822). Ein Sohn des im Jahre 1798 mit dem Prädicate von Sternfeld in den Adelstand erhobenen Johann Georg Pfaundler, ersten Kreisamts-Adjuncten zu Schwaz in Tirol. Seine Studien machte August Anton in Innsbruck, mit Vorliebe beschäftigte er sich mit mathematischen Wissenschaften, besonders mit Optik, Perspective und Baukunst, dann aber mit Anatomie zu künstlerischen Zwecken. Als Jüngling machte er eine nackte Figur nach allen Regeln der Form mit genauer Ausführung der Muskulatur. Zu gleicher Zeit benützte er jede Gelegenheit, sich im Zeichnen zu üben, zu welchem Zwecke ihm die reiche Kupferstich-Sammlung in Innsbruck treffliche Dienste leistete. Bereits studirte er auf der Hochschule, als der berühmte Porträtmaler Johann Baptist Ritter von Lampi [Bd. XIV, S. 57] nach Innsbruck kam, wo sich Pfaundler bald mit dem Künstler befreundete. Schon war Pfaundler entschlossen, mit 'Lampi' nach Wien zu reisen und sich dort ausschließlich der Kunst zu widmen, als die Vorstellungen seiner Familie ihn bestimmten, diesen Vorsatz aufzugeben, und dem Staatsdienste sich zu widmen. Er trat nun im Jahre 1777, damals 20 Jahre alt, bei dem Gubernial-Protokoll in Innsbruck in den Staatsdienst, wurde in stufenweiser Beförderung im Jahre 1794 Kreisamts-Adjunct zu Imst, im Jahre 1804 Gubernialsecretär zu Innsbruck, und als Tirol bayerisch wurde, im Jahre 1806 Rentmeister daselbst. Dabei blieb er seiner Kunstliebhaberei immer treu, arbeitete in der ersten Zeit seines Dienstes, in seinen Mußestunden vieles in Pastell und Miniatur, was im Privatbesitze zerstreut ist, nur ein paar Arbeiten, darunter ein Cupidokopf, befinden sich im Innsbrucker National-Museum, mehrere unvollendete Miniaturen waren längere Zeit im Besitze seines Bruders Alois [siehe die Quellen S. 166, Nr. 1]. Auch mehrere von seiner Hand radirte Blätter sind vorhanden. Nebstdem war er ein fleißiger Sammler von Kunstwerken aller Art, Gemälden, Kupferstichen u. dgl. m., deren größten Theil er nebst den dazu gehörigen Werken über Kunst dem Innsbrucker National-Museum legirte. Auch war er für die Errichtung eines neuen Museums, [166] welches die Ambraser-Sammlung einigermaßen ergänzen sollte, unablässig und eifrigst thätig. Seine zweimalige Ehe, zuerst im Jahre 1786 mit Katharina Mayr aus Hall (gest. 1804), zum anderen Male mit Josephine Obermayr (gest. 1813), der Witwe des Professors der Anatomie, Biller, der noch lange nach seinem Tode in der Erinnerung der Innsbrucker fortlebte, blieb kinderlos. P. selbst starb im Alter von 65 Jahren.

Kunst-Blatt (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1822, S. 236. – Tirolisches Künstler-Lexikon (Innsbruck 1830, Fel. Rauch, 8°.) S. 177 [daß hier 1857 als sein Geburtsjahr angegeben, ist offenbar ein Druckfehler]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 201. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XI, S. 207. –