BLKÖ:Perényi, Franz (III.)

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 480. (Quelle)
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6. Franz (III.), ein Sohn Stephan’s (V.) und der Isotta Frangipan, ein Bruder Michael’s, den er aus dem ihnen gemeinschaftlichen Besitze von Nagy-Ida verdrängt hatte. Franz war einer der entschiedensten Anhänger Isabella’s, Witwe des Zapolya. Er lebte mit seiner Familie auf dem Schlosse Nagy-Szöllös. Bald nach dem bei Michael (S 482, Nr. 12] erzählten Siege über die Anhänger Isabella’s, den Franzens Bruder Michael bei Munkács erfochten, erschien ein Abgeordneter vor Schloß Nagy-Szöllös, der den Burgherrn Franz Perényi zur Rückkehr zum Gehorsam gegen seinen rechtmäßigen König aufforderte. Da Franz sich dessen weigerte, wurde die Belagerung des Schlosses begonnen, welche mit dem Falle desselben endete. Einige sehen in dem Falle von Nagy-Szöllös die strafende Hand der Vorsehung ob Franzens Frevel gegen die Mönche von Szöllös, deren Kloster er, ein eifriger Reformirter, zerstört, die Mönche theils verjagt, theils gemordet und den von ihnen aus Syrmien zur Rettung aus der Gewalt der Türken gebrachten Schrein des heiligen Johannes von Capistran erbrochen, schändlich entweiht und den Leib des Heiligen in einen tiefen Brunnen geworfen hatte. Franz selbst wurde bei dem Falle von Nagy-Szöllös gefangen und drei Jahre zu Sáros in Haft gehalten. Nun gab ihm der König die Freiheit, ließ ihn nach Wien kommen, wo er ihn 1563 in den Besitz seiner Güter wieder einsetzte. Dieser Franz (III.) ist der Stammvater aller noch heute blühenden Linien des Geschlechtes der Perényi. –