BLKÖ:Patachich, Gabriel

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Patachich, Georg
Band: 21 (1870), ab Seite: 345. (Quelle)
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3. Gabriel Patachich (Erzbischof von Kalocsa geb. im Jahre 1698, gest. 5. December 1745), ein Sohn des Balthasar P. [s. d. Nr. 2] aus dessen Ehe mit Theresia Geréczy und Bruder des Alexander Anton [s. d. Nr. 1]. Gabriel widmete sich dem geistlichen Stande, erhielt seine theologische Ausbildung in Rom, wo er vor Papst Innocenz XIII. in einer öffentlichen Disputation sich besonders auszeichnete. Er wurde dann Abt des h. Geistes zu Hrapko, Erzdiacon des Districtes, genannt Camarcha, 1721 Domherr zu Agram, im Jahre 1729 Weihbischof, 1731 Bischof von Siebenbürgen und am 6. Februar 1733 Erzbischof von Kalocsa. Obgleich von croatischer Abstammung, war er doch durch und durch Magyar. Wie weit er in diesem Puncte ging, dafür gibt Schwartner in seiner „Statistik von Ungarn°., Bd. I, S. 124, einen nicht uninteressanten Beleg. Zu seiner Zeit siedelten sich in seiner Diöcese viele Serben aus der benachbarten Türkei an, welche nur serbisch sprachen. Erzbischof Gabriel verstand es, sie in Magyaren zu verwandeln, indem er ihnen serbisch zu sprechen auf’s strengste untersagte und Jeden für ein gesprochenes serbisches Wort zwölf Goldstücke Strafe zahlen oder aber dem Schuldigen zwölf Hiebe auf den entblößten Leib verabreichen ließ. Durch diese drakonische Maßregel erzielte P., daß die Serben in der Kalocsaer Diöcese schon in der ersten Generation völlig magyarisirt waren. –