BLKÖ:Pálffy, Alois Graf

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 208. (Quelle)
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II. Besonders denkwürdige Sproßen des Grafen- und Fürstengeschlechtes Pálffy-Erdöd.

1. Alois Graf P. (geb. 26. Juni 1801), ein Sohn des Grafen Rudolph (gest. 1802) vom jüngeren Zweige des jüngeren Astes und der Gräfin Maria Kolowrat-Krakowsky. Der Graf widmete sich dem Staatsdienste und bekleidete zuletzt den Posten eines Gouverneurs von Venedig. Er befand sich auf demselben, als in den Märztagen 1848 auch in Venedig die Katastrophe, die so lange vorbereitet war. zum Ausbruche kam. Er wich der Gewalt. Die ersten Aufläufe, die am 17. März statthatten, wurden wohl sofort vom Militär unterdrückt. Aber als die Aufregung stieg und das Schlimmste zu besorgen war, ließ der Graf im Einverständnisse mit dem Commandirenden, dem Grafen Zichy, sich herbei, um „Blutvergießen zu vermeiden“, die Truppen in den Kasernen zurückzuhalten und zur Aufrechthaltung der Ordnung die Bewaffnung der Bürgerschaft zu gestatten. Welchen Verlauf die Ereignisse vom 17. bis 22. März nahmen, die endlich in der Ermordung des Obersten Marinovich und in der Gefangennahme des Vice-Admirals Anton Stephan Ritter von Martini gipfelten, vergleiche in den Biographien der zwei Letztgenannten [Bd. XVI, S. 448, und Bd. XVII, S. 26]. Graf Alois zog sich in die Muße des Privatlebens zurück. Seit 16. August 1833 mit Sophie gebornen Fürstin Jablonowski vermält, stammen aus dieser Ehe zwei Söhne: Eduard und Sigismund, und zwei Töchter: Antonia und Maria Sophie. –