BLKÖ:Mayrhofer, Karl Wilhelm

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mayrhofer
Band: 17 (1867), ab Seite: 194. (Quelle)
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4. Karl Wilhelm Mayrhofer (geb. zu Egendorf zwischen Wels und Kremsmünster in Oberösterreich 9. September 1806, gest. zu Kremsmünster 6. November 1853). Ein Zögling des Convictes zu Kremsmünster, beendete dann in Wien die medicinischen Studien und erlangte aus denselben im J. 1832 die Doctorwürde. Im März 1833 ließ er sich in Stadt Steyr nieder, wo seine Praxis bald so ausgedehnt war, daß man ihm des Rufes seiner Geschicklichkeit wegen vor vielen Mitbewerbern um die Stelle des Stifts- und Convictsarztes zu Kremsmünster den Vorzug gab, und ihm im Jahre 1839 diese Stelle verlieh. Er wirkte daselbst bis zu seinem im Alter von 47 Jahren erfolgten, durch einen Sturz aus dem Wagen veranlaßten Tode. Er war ein glücklicher, besonders als Homöopath gesuchter Arzt. Als Fachschriftsteller thätig, hat er mehrere philosophisch-medicinische Aufsätze und die Schrift: „Die Einheit des Wissens und Glaubens; im Lichte des Somnambulismus und Hellsehens, dargelegt in der Geschichte einer Somnambule“ (Wien 1850) veröffentlicht. Die letztgenannte Schrift bezieht sich auf die seiner Zeit vielgenannte ekstatische Jungfrau Juliana Weißkircher zu Schleinbach in Niederösterreich, welche M., wie auch die Maria von Mörl zu Kaltern in Tirol, besucht und über diesen Besuch in den „Katholischen Blättern“ 1852 einen Bericht erstattet hat. Sein Vortrag in der Provinzial-Versammlung des Katholikenvereins zu Wels – an dessen Gründung er, nebenbei gesagt, Antheil hatte – und ein von ihm über die Kranke in der „Wiener Kirchenzeitung“ veröffentlichter Artikel haben auf eine Aenderung im Verfahren gegen dieselbe wesentlichen Einfluß gehabt. M. wurde in der Vollkraft seines Lebens aus seiner ärztlichen und fachwissenschaftlichen literarischen Thätigkeit gerissen. [Oesterreichischer Volksfreund 1853.]