BLKÖ:Müller, Adolph (Sohn)

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Müller, Alois
Band: 19 (1868), ab Seite: 338. (Quelle)
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3. Müller, Adolph [Sohn] (Tonsetzer, geb. zu Wien 15. October 1839). Das entschiedene Talent für Musik, welches sich schon im Knaben offenbarte, veranlaßte den Vater [s. d. Vorigen, S. 328], die musikalische Bildung seines Sohnes selbst zu übernehmen. Der Erfolg war ein glücklicher. Rastloser Eifer, sorgfältiges Studium der alten und neuen Kunstheroen im Gebiete der Musik bildeten den aufstrebenden Jüngling rasch heran. Dazu gesellte sich noch eine fruchtbare Phantasie und ein vom Vater ererbter reicher Schaffenstrieb, der sich auch frühzeitig kund gab. Ausgerüstet mit allen erforderlichen theoretischen Kenntnissen, betrat der junge Mann im Jahre 1864 in Posen als Operncapellmeister die künstlerische Laufbahn, auf welcher er sich bald als vollkommen seinem selbstgewählten Berufe gewachsen bewährte. In den folgenden Jahren 1865–1867 übernahm er die Operncapelle in Magdeburg, und brachte daselbst seine große romantische Oper in 4 Acten: „Heinrich, der Goldschmid“ zur Aufführung, welche sich eines sehr günstigen Erfolges erfreute. Im Jahre 1868 folgte er einem Rufe nach Düsseldorf als Operndirigent. In dem daselbst stattfindenden Gesellschafts-Concerte brachte er zum ersten Male seine Ouverture zu „Waldmeister’s Brautfahrt“ zur Aufführung, und erntete einstimmigen Beifall. In Wien kamen von seinen Instrumental-Compositionen zur Aufführung: „Trio für Pianoforte, Violine und Violoncell, in E-moll“; – „Quartett in G-moll für Streichinstrumente“; – „Ouverture zu Waldmeister’s Brautfahrt“. Gedruckt erschienen folgende Gesänge mit Begleitung des Pianoforte: „Wanderers Liebesschmerz“, Op. 1 (Wien, bei Glöggl); – „Im Abendschein“, „Grüsse“, Op. 2 (Wien, bei Spina); – „Christus“, fünf geistliche Sonetten von Th. Körner. – und „Legende“ aus E. L. Bulwer’s „Die letzten Tage Pompeji’s“, Op. 3 (Pesth, bei Rózsavölgyi); – „Lieder und Gesänge“, ein Cyclus von 11 Nummern in 2 Heften, Op. 4 (Pesth, bei Rózsavölgyi); – „Irrlichter“, „Morgenlied“, „Hollunderbaum“, drei Chöre für Sopran, Alt, Tenor und Baß, Op. 5 (Wien, bei Wesseli und Büsing); – „Wenn ich an dich gedenke“, „Beim Scheiden“, zwei Duetten für Alt und Bariton, Op. 6 (Leipzig, bei Breitkopf und Härtel); – „Liebesfrühling“, von Friedr. Rückert, eine Liederreihe von [339] 19 Nummern in 2 Heften, Op. 7 (Leipzig, bei Breitkopf und Härtel).

Fremden-Blatt von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1864, Nr. 282.