BLKÖ:Löffler, Leopold

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Löb, Juda
Band: 15 (1866), ab Seite: 384. (Quelle)
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Löffler, Leopold (Maler, geb. zu Lemberg um das Jahr 1830). Der Sohn eines in Lemberg lebenden Gubernialbeamten; beurkundete frühzeitig sein Talent für die Kunst, in der er zuerst in der Vaterstadt Unterricht erhielt, dann aber in Wien, München und zuletzt in Paris, wo er überall längere Zeit verweilte, sich weiter ausbildete. Etwa seit dem Jahre 1850 stellt er seine Arbeiten [385] aus und die Monatsausstellungen des österreichischen Kunstvereins in Wien waren ziemlich regelmäßig durch seine Arbeiten vertreten. In diesen waren zu sehen im Jahre 1850: „Die überraschten Erbschleicher“ (850 fl.); – „Die letzte Stunde der Stadt Missolunghi. Episode aus dem griechischen Freiheitskriege“ (vom Kunstvereine für die Verlosung 1851 um 900 fl. angekauft); – 1852: „Die Eifersucht“ (200 fl.); – „Die Entführung“ (260 fl.); – im Februar: „Die Erzählung“; – „Der Heirathsantrag“; – im April: „Väterliche Ermahnung an eine Braut“ (vom Kunstv. für die Verlosung angekauft um 350 fl.); – im November: „Die unterbrochene Verlobung“ (in Paris gemalt, und für die Belvedere-Gallerie angekauft um 800 fl.); – im Jahre 1853, im April: „Die heimliche Trauung“ (in Paris gemalt, vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 800 fl.); – im September: „Der Friedensstifter“ (in Paris gemalt, 400 fl.); – im Jahre 1854, im Juli: „Reichthum und „Zufriedenheit“ (1200 Francs); – im Jahre 1855, im Juni: „Die Neugierde“ (800 Frcs.); – im November: „Das geängstigte Kind“ (350 fl.); – im Jahre 1856, im Februar: „Die schriftliche Ehewerbung“ (200 holl. Gulden); – im März: „Die Rast im Pächterhause“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 605 fl.); – im Mai: „Der öffentliche Schreiber“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 300 fl.); – im October: „Die schlechtgelernte Liebeserklärung“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 250 fl.); – im December: „Die Schule“ (450 fl.); – „Die Ueberraschten“ (250 fl.); – im Jahre 1857, im Februar: „Die ungewohnte Beschäftigung“ (180 fl.); – im Jahre 1858, im März: „Die freundlichr Bewirthung“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 300 fl.); – im Mai: „Die lästige Gesellschaft“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 260 fl.); – im Jahre 1859, im Jänner: „Die Rückkehr, Episode aus den Einfällen der Türken in Polen“; Eigenthum des Grafen Dzieduszycki; – im April: „Das gefährdete Kartenhaus“ (420 fl.); – im Jahre 1860, im Jänner: „Die überraschten Kinder“; – im April: „Die Versuchung“ (320 fl.); – im Mai: „Der gefundene Brief“ (250 fl.); – im Jahre 1861, im Jänner: „Der Grossmutter Namenstag“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 400 fl.); – im Mai: „Der Unterricht“ (250 fl.); – „Das Herzleid“ (320 fl.); im Jahre 1862, im März: „Die Blumensprache“ (700 fl.); – im April: „Die Neugierige“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 200 fl.); – im Jahre 1863, im September: „Der letzte Schmuck“ (350 fl.); – im October: „Die angenehme Betrachtung“ (vom Kunstv. zur Verlosung angekauft um 200 fl.); – im Jahre 1864, im Mai: „Die Aushilfe“ (250 fl.); – im September: „Der Findling“; – im Jahre 1866, im Februar: „Die Ueberraschten“ (450 fl.), ein von dem im October 1856 ausgestellten verschiedenes Bild; – in der Ausstellung in der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna im Jahre 1859: „Der Labetrank“ (für die kaiserliche Belvedere-Gallerie angekauft um 250 fl.); – in der Prager Kunstausstellung des Jahres 1863: „Der Unterricht“ (200 fl.). Von anderen Bildern Löffler’s sind dem Herausgeber bekannt: „Die Kartenschlägerin“, in der Bildersammlung des Grafen Beroldingen; – „Die letzten Augenblicke des Kosakenhettmanns Czarniecki“ und die „Rückkehr von der Belagerung Wiens“. Wie aus obiger Uebersicht sich herausstellt, ist Leopold L. vornehmlich im Genre thätig und selbst seine historischen [386] Bilder erheben sich nicht über das Genre hinaus. L. hat Ideen und malt nicht, wie sie viele Andere, die sich dem Genre zugewendet, was ihnen einfällt und oft Objecte die geradezu unmalbar sind; Löffler greift in das volle und reiche Leben und greift immer glücklich, er hat dieß mit unserem Danhauser und dem englischen Wilkie[WS 1] gemein, nur fehlen ihm die virtuose Technik des letzteren, der herbelegische Ton des Ersteren. In seinen früheren Bildern war L. mit dem Farbenton des Fleisches nicht sehr glücklich, und das nicht eben künstlerische Ziegelroth einige Zeit vorherrschend; nach seiner Rückkehr von Paris war dieser Farbenton verschwunden, hingegen war ihm eine andere auch nichts weniger als den künstlerischen Eindruck wohlthuende Manier haften geblieben, in der Gruppirung seiner Farben wechselten nämlich immer Braun und Blau mit einem schmutzigen Weiß, wodurch jeder Farbenwechsel in voraus aufgehoben wird. Auch diese Manier zeigt sich auf späteren Bildern nicht mehr. Im Uebrigen ist seine Zeichnung correct und die Gruppirung geschickt, am höchsten steht er jedenfalls in der Behandlung von Stoffen aus der polnischen Geschichte und sein „Czarniecki“, wie seine „Rückkehr von Wiens Belagerung“, sind echte Cabinetsstücke, die reichen und verdienten Beifall ernteten. Seit mehreren Jahren schon lebt und arbeitet der Künstler in Wien.

Die Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. II, S. 611. – Kataloge der Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins in Wien (8°.) 1852, Februar Nr. 32 u. 58, April Nr. 66, October Nr. 21, November Nr. 45; 1853, April Nr. 35, September Nr. 38, October Nr. 47; 1854, Juli Nr. 2; 1855, Juni Nr. 20, November Nr. 1; 1856, Februar Nr. 9, März Nr. 32, Mai Nr. 17, 26, November Nr. 6, 71, 74, December Nr. 1, 48; 1857, Februar Nr. 28, September Nr. 16; 1858, März Nr. 30, Mai Nr. 29, October Nr. 10, 22; 1859, Jänner Nr. 41, 97, April Nr. 39; 1860, Jänner Nr. 10, April Nr. 12, Mai Nr. 3; 1861, Jänner Nr. 6, Mai Nr. 49, 64; October Nr. 21, November Nr. 13, 34; 1862, Mai Nr. 4, April Nr. 10, October Nr. 1; 1863, September Nr. 19. – Engert (Erasmus), Katalog der modernen Schule der k. k. Gemälde-Gallerie im Belvedere zu Wien (Wien 1860, Gerold, 8°.) S. 19. – Postęp, d. i. der Fortschritt (Wiener Unterhaltungsblatt in polnischer Sprache), herausgegeben von Osiecki, Jahrgang 1860, S. 152. – Czas, d. i. die Zeit (Krakauer polit. Blatt) 1860, Nr. 95: „Wystawa obrazów w Krakowie“. – Luksič, Slavische Blätter (Wien, 4°.) I. Jahrgang (1865), S. 604.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Wilkir.