Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kumerdey, Blasius
Band: 13 (1865), ab Seite: 371. (Quelle)
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Kumlik, Joseph (Tonsetzer, geb. zu Wien 10. August 1801). Sein Vater Franz, selbst ein tüchtiger Musicus und als Musiklehrer in Wien lebend, gab ihm den ersten Unterricht in seiner Kunst, und als Joseph später, und zwar noch als Knabe von 12 und 13 Jahren, Mitglied des Chors des Preßburger Theaters wurde, setzte er den begonnenen musikalischen Unterricht bei dem Regens chori an der Preßburger Domkirche, Jacob Kunnert, fort. Da er zugleich eine sehr angenehme und bildsame Sopranstimme hatte, erhielt er unter Einem Unterricht im Gesange. Bei seinem Vorhaben, sich zunächst als Tonkünstler auszubilden, betrieb er den Gesang nur nebenbei und trat als Zögling in die öffentliche Musikschule, wo er sich, indem er bei Heinrich Klein auch noch Unterricht in der Theorie der Tonsetzkunst nahm, insbesondere im Clavier und Violinspiele ausbildete. Im Jahre 1828 benützte er einen mehrmonatlichen Aufenthalt in Wien in Familienangelegenheiten, um unter Sechter’s Anleitung den Contrapunct zu studiren. Als er darauf nach Preßburg zurückkehrte, wurde er seinem Lehrer Klein zur Aushilfe beigegeben, und 1832, nach Klein’s Tode, zu seinem Nachfolger als Professor an der dortigen k. k. Musikschule ernannt. Im folgenden Jahre wurde er auch Capellmeister des Preßburger Kirchenmusik-Vereins. K. ist auch Componist und hat als solcher sich vornehmlich der ernsten Richtung, der Kirchenmusik zugewendet. Von K.’s Compositionen sind bekannt: eine Messe in D, mehrere Choräle für den evangelischen Gottesdienst, fünfstimmige Veni sancte spiritus, Litaneien, Salve Regina, Te Deum laudamus, mehrere achtstimmige Tantum ergo, verschiedene progressive Musikstücke für Gesang und Clavier und mehrere Quartetten für Männerstimmen. K.’s Compositionen werden von einem Kenner wie Gaßner für „Musterstücke ihrer Art“ bezeichnet. Mit diesem Verdienst [372] als tüchtiger Compositeur verbindet er aber auch jenes eines trefflichen Musikdirectors, und unter seiner umsichtigen verständnißvollen Direction sind in Preßburg bereits die größten Tonwerke und mit einer Vollendung, wie selten wo anders, zur Aufführung gekommen.

Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortges. von Eduard Bernsdorf (Dresden, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 681 [nach diesem geb. 10. August 1801]. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1812, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 201 [nach diesem geboren 6. August 1801]. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 516 [nach diesem geboren 10. August 1801]. – Porträt. Unterschrift: Joseph Kumlik. Professor der Tonkunst u. s. w. L. Dux (lith.) 1854 (Gedr. bei J. Rauh in Wien).