BLKÖ:Janscha, Anton

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Janscha, Laurenz
Band: 10 (1863), ab Seite: 89. (Quelle)
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Janscha, Anton (slovenischer Bauer und Bienenzüchter, geb. zu Rodein, Bezirk Radmansdorf in Oberkrain, gest. um das Jahr 1775). Ein Bauer in Krain, der durch seine Bienenzucht die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zog und von der Kaiserin Maria Theresia nach Wien berufen wurde, um über diesen landwirthschaftlichen Zweig, für den man bei umsichtiger Behandlung eine weitere Verbreitung wünschte, öffentliche Vorlesungen zu halten. Da er der deutschen Sprache nicht mächtig war, und überhaupt weder lesen noch schreiben konnte, so hatte er, um seine Vorträge seinen Zuhörern verständlich zu machen, immer Jemand zur Seite, der das Amt des Dolmetschers versah. Doch verlegte sich J. nun mit allem Eifer auf Erlernung der deutschen Sprache und brachte es dahin, daß er später die Vorträge in derselben hielt und jene Aufzeichnungen in deutscher Sprache machte, welche die Herausgabe der unten erwähnten Werke über die Bienenzucht ermöglichten. Von ihm selbst herausgegeben erschien die „Abhandlung vom Schwärmen der Bienen“ (Wien 1774, 8°.). Nach seinem Tode gab Joseph Münzberg, sein Nachfolger im Lehramte, heraus: „Des Anton Janscha sel. sehr erfahrenen Bienenwirthes und k. k. Lehrers der Bienenzucht hinterlassene vollständige Lehre von der Bienenzucht“ (Wien 1775, 8°.), wovon eine Bearbeitung für den Landmann in Böhmen in deutscher und čechischer Sprache (Prag 1789, gr. 8°., mit 2 K. K.) und eine neue Ausgabe (Wien 1790, mit K. K.) erschien. Eine Uebersetzung in’s Slovenische von J.’s Werk über die Bienenzucht mit Verbesserungen und Zusätzen besorgte P. Paul Glavar [Bd. V, S. 212]. Was Anton Janscha’s Kunst im Malen betrifft, wie ihm solche Linhart [siehe die Quellen] ausdrücklich zuschreibt, so liegen keine weiteren Nachrichten darüber vor und bin ich geneigt, hier eine Verwechslung mit Lorenz Janza, der wohl ein Sohn oder naher Verwandter Anton’s gewesen, anzunehmen.

Mit den Trägern und in der Schreibart dieses Namens haben die Biographen einige Verwirrung angerichtet. Diesen Namen führen drei Slovenen: Anton, Laurenz und Valentin Janza. Geschrieben wird er im Slovenischen Janza (auszusprechen: Jantscha), er erscheint aber in folgenden Variationen: Jansha, Janscha, Jantscha, Janza. Für die Schreibart Janscha entscheidet sich der Herausgeber, weil sich der Maler Laurenz Janscha, der zu dieser Familie gehört, selbst so schrieb. Der Obige, Anton, wird von Linhart in dessen „Versuch einer Geschichte von Krain“, Theil II, S. 327, und nach diesem von Kukuljević auch zum Maler gemacht. Linhart schreibt: „Er war ein Maler und Bienenwirth aus Krain, beides ohne kunstgemäße Erziehung, konnte weder deutsch, weder lesen noch schreiben, kam nach Wien, zeichnete sich als Maler so sehr aus, daß er die Aufmerksamkeit der verewigten Kaiserin Maria Theresia an sich zog, errichtete eine Bienenschule ...“ Linhart dürfte wohl den Bienenzüchter Anton mit dem als Maler bekannten Laurenz, der ja auch um diese Zeit lebte, verwechseln. Uebrigens könnte Anton als Maler Autodidact gewesen sein, aber über seine Arbeiten ist weiter nichts bekannt. – Mittheilungen des historischen Vereins für Krain, Jahrg. 1848, S. 41 [in Rechfeld’s Biographie [90] des Peter Glavar]. – Kukuljević-Sakcinski (Ivan), Slovnik umjetnikah jugoslavenskih, d. i. Lexikon der südslavischen Künstler (Agram 1858, L. Gaj, gr. 8°.) S. 131 [nach diesem wäre J. um das Jahr 1770 geboren, also 4 Jahre alt gewesen, als er sein Buch über das Schwärmen der Bienen herausgegeben, und hätte als Kind von der Kaiserin Maria Theresia das Lehramt über die Bienenzucht erhalten. Vielleicht soll es heißen: geboren um 1707, in welchem Falle J. im Alter von 68 Jahren gestorben wäre, was zu den übrigen Umständen ganz gut paßt].