BLKÖ:Heussenstamm zu Heißenstein und Gräfenhausen, Theodor Graf von

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 460. (Quelle)
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Heussenstamm zu Heißenstein und Gräfenhausen, Theodor Graf von (Dichter unter dem Pseudonym: Theodor Stamm, geboren zu Wien 31. März 1801). Sohn des niederösterreichischen Regierungsrathes Grafen Franz Heinrich aus dessen zweiter Ehe mit Maria Anna Gräfin von Welsersheim. Da Graf Franz Heinrich am 21. November 1734 geboren war und er nach dem (1. August 1789 erfolgten) Tode seiner ersten Gemalin Theresia Franzisca gebornen Freiin von Risenfels, um 1792, also im Alter von 58 Jahren, zur zweiten Ehe schritt, zählte er bereits das hohe Alter von 67 Jahren, als ihm der Sohn Graf Theodor (1801) geboren wurde. Dieser erhielt seine Ausbildung in Wien und trat – der Zeitpunct ist dem Herausgeber unbekannt – mit einem schöngeistigen Werke unter dem Titel „Schattenrisse“ auf, nachdem er früher bereits im Hormayr’schen „Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst“ den Aufsatz: „Ferdinand Raimund und die Leopoldstädter Bühne“ (Jahrg. XIX (1828), Nr. 63) mit seinem vollen Namen hatte erscheinen lassen. Später bediente er sich der letzten Sylbe Stamm seines adeligen Namens Heussenstamm und ließ unter dem Pseudonym Theodor Stamm folgende poetische Werke erscheinen: „Hesperus, Gedicht in drei Gesängen“ (Wien 1844, Gerold); – „Ein weibliches Herz, dramatisches Gedicht in 5 Acten“ (Stuttgart 1842, Cotta), welches bereits 1839 aufgeführt wurde; – „Ein guter Bürger, episches Gedicht“ – und „Gedichte“ (1845). Die verschiedenen Wiener Almanache und L. A. Frankl’s „Sonntagsblätter“ enthalten auch schöngeistige Beiträge seiner Feder. Der Pseudonym Theodor Stamm ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem Dichter und national-ökonomischen Schriftsteller Ferdinand Stamm, der mit offenem Visir die Schranken der Dichtung betreten, aber auch unter dem Namen Fernand mehreres veröffentlicht hat und dessen an entsprechender Stelle noch gedacht werden wird.

Mosenthal (S. H. Dr.), Museum aus den deutschen Dichtungen österreichischer Lyriker und Epiker der frühesten bis zur neuesten Zeit (Wien 1854, C. Gerold u. S., 8°.) S. 334.