BLKÖ:Haubner, Matthäus

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hauck, Johann Veit
Band: 8 (1862), ab Seite: 53. (Quelle)
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Haubner, Matthäus (Pastor in Ungarn und theol. Schriftsteller, geb. in Ungarn zu Ende des vorigen Jahrhunderts). Zeitgenoß. Besuchte die Schulen in seinem Vaterlande und begab sich, da er die protestantische Theologie studirte, nach Deutschland, wo er 1816 in Jena seine Studien beendete. In seine Heimat zurückgekehrt, ward er zuerst Pastor zu Schleiningen, später zu Raab und, als Johann Kiß am 19. Februar 1846 starb, zu dessen Nachfolger in der Superintendenz jenseits der Donau berufen. In dieser Stellung führte er 1847 und 1848 die canonische Visitation der ihm unterstehenden Seniorate durch und nahm im letztgenannten Jahre an den Bewegungen der Revolutionspartei solchen Antheil, daß er [54] nach beendeter Bewältigung der Unruhen zu sechs Jahren schweren Kerker verurtheilt, durch die Gnade Sr. Majestät aber schon nach zwei Jahren seiner Familie zurückgegeben wurde. Zu einem neuen Kirchenamte wurde er jedoch erst im Jahre 1856 zugelassen, in welchem er Pastor zu Nagy-Geresd wurde. H. wirkte als Fachschriftsteller, und zwar gab er eine Uebersetzung des lutherischen Katechismus in ungarischer Sprache heraus, und die magyarische Schulzeitschrift „Egyházi és iskolai lap“ enthält zahlreiche pädagogische Abhandlungen aus seiner Feder.

Haan (Ludovicus), Jena Hungarica sive Memoria Hungarorum a tribus proximis saeculis Academiae Jenensi adscriptorum (Gyula 1848, Leop. Réthy, 8°.) p. 142. – Borbis (Johannes), Die evangelisch-lutherische Kirche Ungarns in ihrer geschichtlichen Entwicklung (Nördlingen 1861, C. H. Bock, 8°.) S. 234 [in der Anmerkung]. – Geschichte der evangelischen Kirche in Ungarn und Siebenbürgen, bevorwortet von Merle d’Aubigné (Berlin 1854, 8°.) S. 612.