BLKÖ:Hafner von Imbachhausen, Sigmund

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hagenauer, Johann
Band: 7 (1861), ab Seite: 191. (Quelle)
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Hafner Edler von Imbachhausen, Sigmund (Humanist, geb. zu Salzburg 30. September 1756, gest. 24. Juni 1787). Sohn des Vorigen, Erbe des ungeheueren Vermögens, welches er im Leben und nach dem Tode zu einer Reihe von wohlthätigen Handlungen und Stiftungen verwendete, die seinem Namen – er ist der Letzte seiner Familie – so lange Salzburg steht, eine heilige Erinnerung sichern. Nach seines Vaters Tode übernahm er dessen Handelsgeschäfte, war aber im Stillen ein Helfer aller Nothleidenden, ein Tröster der Witwen, ein Vater der Waisen, ein Retter der Bedrängten, ein Ermunterer verborgenen [192] Verdienstes. In seinem Hause wurden wöchentlich anfänglich 25, später 50 fl. an wahrhaft Arme und dieß zu einer Zeit vertheilt, da Salzburg noch kein Armenhaus besaß. Als im Jahre 1781 Radstadt ein Opfer der Flammen wurde, schickte H. unverweilt 2000 fl. hin, um im ersten Andrange des Unglückes den Betroffenen beizustehen. Aus seiner Hauscapelle stellte er Alles bei, was zum Gottesdienste nöthig war, da Pfarrkirche und Kirchengeräthe durch das Feuer zerstört worden waren. Ebenso hilfreich, aber im Geheimen Alles ausführend, trat er auf, als im Jahre 1785 die Salzach austrat, große Verheerungen anrichtete und insbesondere das nahe bei Salzburg gelegene Dorf Gigl hart mitnahm. Um die armen Leute zu beschäftigen, führte er große Bauten aus, während er selbst in zwei einfachen Zimmern wohnte. In Würdigung seiner eigenen, als der Verdienste seines Vaters, erhob ihn Kaiser Joseph mit Diplom vom 29. Juli 1782 in den Reichsritterstand mit dem Prädicate von Imbachhausen. Alles Obige aber wird durch seinen letzten Willen übertroffen, der, die profanen und alle anderen mitunter sehr ansehnlichen Legate ausgenommen, in der Abtheilung milde Stiftungen folgende Posten enthält: a) Zu einem Armeninstitute 30.000 fl.; b) den beiden Waisenhäusern 20.000 fl.; c) dem sogenannten Bürgersäckel für Verarmte 20.000 fl.; d) der Stadt-Almosencasse 20.000 fl.; e) dem St. Johannesspitale 15.000 fl.; f) dem Bürgerspitale 20.000 fl.; g) dem Bruderhause 15.000 fl.; h) dem Leprosenhause zu Mülln 15.000 fl.; i) dem Liebesbunde auf der Universität 1000 fl.; k) der Universität für arme Studirende 8000 fl.; l) den deutschen Normalschulen 12.000 fl.; m) für die Hausarmen 25.000 fl.; n) zur Ausstattung armer Bürgersmädchen 40.000 fl.; o) zur Heranbildung der unbemittelten Jugend zu Handwerkern 10.000 fl.; p) dem Gebärhause 12.000 fl.; q) den Ursulinerinen 20.000 fl.; r) den Lorettinerinen 5000 fl.; s) den drei Stadtcaplaneien 15.000 fl.; t) den drei Klöstern: den Kajetanern, Kapuzinern und Franziscanern 6000 fl.; ferner fiel das Capital von 95.000 fl., aus welchem die Pensionen für seine Dienstleute, solange diese lebten, bezahlt wurden, nach deren Tode der Armencasse anheim. Bei den drei Seelengottesdiensten erhielt jeder anwesende Arme und jedes Kind – ihre Zahl ging in die Tausende – den im Testamente festgesetzten Gulden. Hafner starb in der Blüthe seines Lebens, erst 31 Jahre alt. Dieser unvergleichliche Menschenfreund ruht auf dem Peterskirchhofe in Salzburg, wo eine einfache Inschrift seine Grabstätte bezeichnet. Zur Vollstreckung des Testamentes war sein Universalerbe Anton Triendl, sein Schwestermann, bestimmt, denn Hafner, der unvermält geblieben, hatte keinen Leibeserben hinterlassen.

Salzburger-Intelligenzblatt vom Jahre 1787, Nr. 208. – Gmundner Wochenblatt 1857 (VII. Jahrg.), Nr. 4: „Das großartige Testament des Sigismund Hafner von Imbachhausen“. – Der österreichische Volksbote. Kalender für 1856 (Wien, Pichler’s Witwe, gr. 8°.) Jahrg. IV, S. 125. – Süß (Maria Vincenz), Die Bürgermeister in Salzburg von 1433 bis 1840 (Salzburg 1840, Jos. Oberer, 8°.) S. 112–131 [enthält den vollständigen Abdruck seines Testamentes]. – Porträt. Lithographirt von Stief. Unterschrift, durch das Wappen getheilt: Sigmund Hafner Edler von Imbachshausen, des heil. röm. Reichs-Ritter, geb. Septber 1756, gestor. 24. Juni 1787. – Adelstands-Diplom vom 29. Juli 1782. – Wappen. Gevierteter Schild, 1 und 4 in Blau ein silberner Anker; 2 und 3 in Silber ein schwarzer Adler mit ausgebreiteten Flügeln und Fängen und ausgeschlagener rother Zunge. [193] Auf dem Schilde erheben sich zwei zueinander gekehrte gekrönte Helme; aus der Krone des rechten Helmes erhebt sich der silberne Anker, aus jener des linken der schwarze Adler des Schildes.