BLKÖ:Grün, Milo Johann Nepomuk

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Grün, Johann
Band: 5 (1859), ab Seite: 392. (Quelle)
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Grün, Milo Johann Nepomuk (theologischer Schriftsteller, geb. zu Flöhau im Saazer-Kreise Böhmens 11. Nov. 1751, gest. zu Prag 20. Jänner 1816). Besuchte die unteren Schulen in Saaz, die philosophischen Jahrgänge in Prag, wo er auch die Theologie studirte und sowohl die philosophische als theologische Doctorswürde erhielt. 1769 trat er in den Orden der Prämonstratenser und empfing 1776 die heil. Weihen. Durch 10 Jahre versah er das Amt eines Secretärs seines Abtes, kam dann als Dechant nach Iglau, wo er blieb, bis er 1804 zum Abte des Stiftes Strahow erwählt wurde. Auf diesem Posten wirkte er für die Hebung des theologischen Studiums im Stifte, u. z. führte er das theologische häusliche Studium in demselben ein und trug selbst als Abt durch 3 Jahre die Moral- und Pastoral-Theologie im Stifte vor. Auch hob sich unter ihm das Gymnasium zu Saaz, das sein Orden unter sich hat, zu neuem Glanze. 1799 ernannte ihn Kaiser Franz zum Propst im Stifte und 1809 zeichnete er ihn durch den Leopold-Orden aus. G. bekleidete mehrere akademische Würden, als der eines Directors des philosoph. Studiums an der Prager Hochschule, im J. 1812 die des Rector Magnificus, auch war er Beisitzer des landständischen Ausschusses in Böhmen. Als theologischer Schriftsteller gab er unter andern heraus: „Lauretanische Litaney. Zum Nutzen seiner Heerde ausgelegt“ (Iglau 1795); – „De laudibus angelici ecclesiae Doctoris Divi Thomae Aquinatis“ (Prag 1779); – „Sätze aus der Moral- und Pastoral-Theologie“ (Ebenda 1805, 1806 und 1807, 4 °.): – „Kurzgefasste pragmatische Geschichte des Königreichs Böhmen unter Josephs II. Regierung“ (Wien 1783, von Trattner, 8°.); von dieser meldet Gräffer, er habe sie in Handschrift zurückgelassen, sie ist aber, wie es sich hier zeigt, gedruckt erschienen; hingegen blieben seine „Annales Strahovienses“ in Handschrift zurück. G. starb als Abt seines Ordens im Alter von 65 Jahren.

Neue Annalen der Literatur des östr. Kaiserthums. II. Jahrg. I. Bd. (Wien, Doll, 4°.) 1808. Intelligenz-Blatt April, Sp. 155. – Erneuerte Vaterländische Blätter, herausgeg. von Dr. Frz. Sartori (Wien) 1816, S. 117. – Oestr. Nat.-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835) II. Bd. S. 435.