Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Dery, Michael
Band: 3 (1858), ab Seite: 249. (Quelle)
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Derder, Lukas (armenischer Schriftsteller, Priester der Mechitharisten-Congregation in Wien u. Dr. der Theol., geb. zu Constantinopel 13. März 1819). Ist der Sohn armenisch-katholischer Eltern und erhielt eine gute Erziehung. Im Alter von 12 Jahren (1831) kam er nach Wien, trat in den Mechitharisten-Orden, wo er nach Vollendung seiner Studien (1841) am 30. Mai dess. Jahres die priesterliche Weihe empfing. Mit großer Vorliebe trieb er Mathematik und Physik; ein Schüler Ettingshausens, übernahm er das Lehramt aus den genannten Fächern in der Congregation zu Wien und leitete es mit großem Erfolge, so lange er im Kloster war. Für seine Zöglinge verfaßte er in altarmenischer Sprache eine vollständige Mathematik in drei Bänden, welche in der Druckerei der Mechitharisten zu Wien (1843–46) erschien. Der erste Band umfaßt die Arithmetik und Algebra, der zweite die Geometrie und der dritte die Trigonometrie und Kegelschnitte. Er übersetzte ferner in’s Armenische Ettingshausens „Physik“ (Wien 1850) und verfaßte eine Meteorologie (Ebenda 1850). Neben diesem seinem Lieblingsfache war D. bemüht, durch gemeinnützige Schriften in andern Richtungen seine Nation zu bilden und den Sinn für Edleres in derselben zu heben. Demzufolge gab D. heraus das Werk: „Wissenschaft des Handels“ (Ebenda 1848); – „Die Geschichte der Jungfrau von Orleans“ und redigirte [250] durch eine Reihe von Jahren die seit 1847 im Verlage der Mechitharisten-Congregation erscheinende von dem Mechitharisten-Abte Aristaces Azaria (s. d. I. Bd. S. 99) begründete politische und literar. Zeitschrift „Europa“ (wöchentlich Eine Nummer in klein Folio in armenischer Sprache), in welcher sich mehrere wissenschaftliche Abhandlungen aus D.’s Feder befinden. Im J. 1851 wurde er als Missionär nach Smyrna geschickt, von wo er im J. 1854 in derselben Eigenschaft nach Güsel-Hißar (Aydin) in Klein-Asien ging, und im J. 1855 zum Generalvicar der Diöcese und zum Superior des Mechitharisten-Hospitiums daselbst ernannt wurde, in welcher Stelle er noch gegenwärtig thätig ist. Ein von D. verfaßtes deutsch-armenisches Wörterbuch ist bisher ungedruckt.