Aussicht in die Ewigkeit

Textdaten
Autor: Auguste Pattberg
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Titel: Aussicht in die Ewigkeit
Untertitel:
aus: Frau Auguste Pattberg geb. von Kettner. In: Neue Heidelberger Jahrbücher, Band 6, Seite 120
Herausgeber: Reinhold Steig
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Koester
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Erscheinungsort: Heidelberg
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Quelle: Internet Archive, Commons
Kurzbeschreibung:
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[120]

O wie gehts im Himmel zu
Und im ew’gen Leben,
Alles kann man haben gnug,
Darf kein Geld ausgeben.

5
Alles darf man borgen,

Nicht fürs zahlen sorgen;
Wenn ich einmahl drinnen wär,
Wollt nicht mehr heraus begehr.

Fällt im Himmel Fasttag ein,

10
Speisen wir Forellen,

Peter geht in Keller ’nein,
Thut den Wein bestellen;
David spielt die Harfen,
Ulrich brath die Karpfen,

15
Margareth backt Küchlein gnug,

Paulus schenkt den Wein in Krug.

Lorenz hinter der Küchenthür
Thut sich auch bewegen,
Tritt mit seinem Rost herfür,

20
Thut Leberwurst drauf legen,

Dorothe und Sabina,
Liesbeth und Chatrina
Alle um den Herd rum stehen,
Nach den Speisen sehen.

25
Jezt wollen wir zu Tische gehn,

Die beste Speiss zu essen,
Die Engel um den Tisch rum stehn,
Schenken Wein in ’d Gläser.
Sie thun uns invitiren,

30
Der Barthel muss transchieren,

Joseph legt das Essen vor,
Cäcilia bestellt ein Musik-Chor.

Martin auf dem Schimmel reut,
Thut fein galoppieren,

35
Blasi hält die Schmier bereit,

Thut die Kutschen schmieren.
Wären wir ja Narren,
Wenn wir nicht thäten fahren,
Und thäten alleweil z’ Fuse gehn

40
Und liesen Ross und Kutsche stehn.


Nun adje du falsche Welt,
Du thust mich verdriesen,
Im Himmel mir es besser g’fällt,
Wo alle Freuden fliesen.

45
Alles ist verfänglich

Und alles ist vergänglich,
Wenn ich einmahl den Himmel hab,
Hust ich auf die Welt herab.[1]


  1. Aus der eigenhändigen Niederschrift der Frau Auguste Pattberg. In Des Knaben Wunderhorn 2, 403 bis 405 mit der, in Arnim’scher Orthographie sich darstellenden, Aufschrift „Aussicht in die Ewigkeit. (Fliegendes Blat.)“ und mit folgenden Abweichungen: „ewigen“ (Str. 1 ²), „bratet Karpfen“ (2 ⁶), „Dorthe“ (3 ⁴), „stehn, Nach den Speisen sie auch sehn“ (3 ⁸). In Erks Neubearbeitung 1, 367 zwei dieser Varianten wieder aufgegeben. Vgl. Birlinger und Crecelius 1, 374.