Am Sarge eines jungen Mädchens

Textdaten
<<< >>>
Autor: Wilhelm Hertz
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Am Sarge eines jungen Mädchens
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 68f.
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Hoffmann und Campe
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Hamburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De Gedichte (Hertz W) 078.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[68]
Am Sarge eines jungen Mädchens.


Myrtenlaub im gold’nen Haare,
     Unter Liljen kühl und mild,
Liegst du lächelnd auf der Bahre,
     Stummes, engelkeusches Bild!

5
Nie hat eines Jünglings Kosen

     Diesen zarten Mund berührt,
Selbst der Tod hat seine Rosen
     Nur in scheuem Kuß entführt.

Ach, dein Leben floß in Frieden,

10
     Ohne Leid und ohne Haß, –

Leis bist du hinweggeschieden,
     Wenig Augen werden naß.

Und wie dieser Glocke Schwingen,
     Das zum frühen Grab dich ruft,

15
Wird dein Name bald verklingen

     Spurlos in des Himmels Luft.

[69]

Deines reinen Leibes Bette
     Zeichnet kein Gedächtnißstein,
Gras umwallt die öde Stätte,

20
     Und die Winde säuseln drein.


Ach, das Holde, fern dem Ruhme,
     Stirbt wie Frühlingsmorgenroth,
Und des Lebens zart’ste Blume
     Blühet stille in den Tod.