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Textdaten
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Autor: Max Haushofer
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Titel: Am Nelkenfenster
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 42, S. 709
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[709]
Am Nelkenfenster.
Von Max Haushofer.

Im Kleinen Haus, wo der Wald anfängt,
Das Fenster – soll ich dir’s zeigen?
Das Fenster, das voller Nelken hängt,
Aus dem die Blüthen sich neigen?

Ein Mädchenkopf lugt lieb heraus
Hinter den Nelken da drinnen;
Ein Köpfchen, mit Haaren blond und kraus,
Verloren in Sehnen und Sinnen!

So schauten auch, zwanzig Jahr sind’s bald,
Zwei Augen in seliger Wonne
Heraus in das Dorf und den Nachbarwald
Und in die sinkende Sonne.

Dann kam ein Sturm, vom Herbst geschickt,
Ein Sturm von vielen Wochen;
Da wurde Blüthe um Blüthe geknickt
Und ein armes Leben zerbrochen.

Ein schlichtes Kreuz am Friedhof nur
Ist von dem allem geblieben;
Und eine schwache Erinnerungsspur,
Ein bißchen vergessenes Lieben.

Verlorenes Glück – zerbrochene Treu’
Und Leid und Sehnsucht von Jahren –
Wie lang schon sind sie still und scheu
Hinab zu den Todten gefahren?

Doch wieder blühen die Nelken dort,
Und lächelnd grüßt es hernieder; –
Erneut das Glück sich immerfort?
Verjüngt sich alles denn wieder?