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Titel: Altrömischer Luxus
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aus: Die Gartenlaube, Heft 40, S. 668
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[668] Altrömischer Luxus. Als König Tiridates sich zu Rom als Gast befand, ließ Kaiser Nero alltäglich zur Bestreitung seines Hofstaats 20 000 Thaler anweisen, so daß der Besuch, als er nach neunmonatlichem Aufenthalte abreiste, 5 400 000 Silberkronen gekostet hatte. Der Kaiser Caligula führte einen so verschwenderischen Haushalt, daß er in einem Jahre 671 Tonnen Goldes brauchte, also während seiner noch nicht vierjährigen Regierungszeit beinahe 73 Millionen Thaler. Heliogabal war ein solcher Verschwender, daß er ein Kleid, wenn auch noch so kostbar, nicht mehr als einmal anlegte. In den Lampen brannte der köstlichste Balsam; ganze Bassins ließ er mit Rosenwasser füllen und die kostbarsten Edelsteine schmückten seine Schuhe. Das geringste seiner Kleider bestand aus Goldstoff und Sammet, und die einfachste Mahlzeit durfte nicht weniger als 3000 Goldstücke kosten. Bei einem Festmahle ließ Heliogabal 6000 Straußenköpfe aufsetzen, aus welchen die Gäste nur das Gehirn genießen sollten, und nachher fand im Park auf einem mit Wein gefüllten Bassin ein kleines Seetreffen statt. Die Fußböden seiner Gemächer und der Schaubühne waren mit gefeiltem Golde bestreut, damit man sanft auftreten konnte, und die gewöhnlichsten Geschirre bestanden aus den edelsten Metallen. Da die Wahrsager Heliogabal verkündet hatten, er werde keines natürlichen Todes sterben, so ließ er sich für den Nothfall, um durch eigene Hand zu sterben, Stricke von Gold und indischer Seide und goldene edelsteinbesetzte Dolche anfertigen, auch einen mit Gold und Edelsteinen überladenen Thurm zum Herabstürzen bauen. Er konnte jedoch diese Todesmittel nicht verwenden, denn am 6. März des Jahres 222 wurde er durch seine Leibwache ermordet und der Körper in den Tiber geworfen.