Abendphantasie (Friederike Brun)

« Liebe in Allem Gedichte (Friederike Brun) Nachtstück »
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern) am linken Seitenrand.
Textdaten
Autor: Friederike Brun
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Abendphantasie
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 26–27
Herausgeber: Friedrich von Matthisson
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1795
Verlag: Orell, Gessner, Füssli & Comp.
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Zürich
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[26]
          Abendphantasie.

Süsses Bild,
Schwebst mir vor mit leisem Sehnen!
Klagst mit wehmutsvollen Thränen,
Tief in Trauerflor verhüllt.

5
     Wonnezeit!

Ach! Umstralt von Frühlingsmilde,
Froh in Tempe’s[1] Lichtgefilde,
Lebt’ ich Dir, o Zärtlichkeit!

     Thränen fließt!

10
Thauend, wie die kleine Quelle

Rieselnd, perlend, Well’ an Welle
Ueber Blumen sich ergießt.

     [27] Alles schweigt!
Kaum, daß in des Westes Flüstern,

15
Unterm Schattendach des düstern

Tannenhains, der Halm sich beugt.

     Holder Traum!
Fliehe nicht auf Rosenflügeln;
Weile an des Baches Spiegeln,

20
Suche nicht des Aethers Raum.


     Es entschwand! …
So entfloh vor Psyches Kusse
Amor, da mit holdem Gruße
Sie; Geliebter! ihn genannt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Tempe: Tal in Griechenland, das in der antiken Dichtung als bevorzugter Aufenthaltsort des Gottes Apollo und der Musen beschreiben wird