ADB:Wolfhagen, Friederike

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Artikel „Wolfhagen, Friederike“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 44 (1898), S. 126–127, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wolfhagen,_Friederike&oldid=- (Version vom 26. Mai 2020, 18:16 Uhr UTC)
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Band 44 (1898), S. 126–127 (Quelle).
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Wolfhagen: Friederike W., Romanschriftstellerin, wurde am 13. Nov. 1813 zu Tönning geboren, wo ihr Vater Bürgermeister und Polizeimeister war. Ihre Jugend war keine rosige. Gingen einerseits alle die Leiden, welche dem Lande nach den Napoleonischen Kriegen erwuchsen, und die sich überall durch das Zurückgehen des Wohlstandes und durch die staatsrechtliche und politische Bedrängniß bei dem deutschen Volksstamme sehr fühlbar machten, nicht spurlos an ihr vorüber, so war ihr andererseits in ihrem achten Lebensjahre als die Folge eines ungemein heftigen Keuchhustens das Leiden unheilbarer, sich mehr oder weniger fast täglich einstellender Kopfschmerzen zu Theil geworden. Trotzdem drängte eine bedeutende geistige Begabung sie früh auf das Gebiet schriftstellerischer Thätigkeit, der wir seit dem Jahre 1836 eine ganze Reihe von meist historischen Romanen und Erzählungen verdanken, die sie unter dem Namen Marie Norden veröffentlichte, wie „Der Brand von Pera und die Empörung zu Kairo“ (1836); „Hofkabalen“ (1836); „Patkuls Tod“ (1836); „Die Belagerung von Antwerpen und die Vergeltung“ (1837); „Der Matador“ (1840); „Erzählungen“ (1843); „Astolfo Bardonnas“ (1844); „Ilmhorst“ (1846); „Feldblumen“ (1847). Inzwischen hatte ihr Vater 1843 seinen Abschied aus dänischen Diensten genommen und seinen Wohnsitz nach Wandsbeck verlegt; sie selbst hatte zur Stärkung ihrer Gesundheit verschiedene Bäder besucht, wiederholt größere Reisen nach Süddeutschland, der Schweiz, Oesterreich und Oberitalien unternommen und längere Zeit bei [127] Verwandten in Kopenhagen geweilt. Im J. 1848 siedelte sie von Wandsbeck nach Dresden über, wo sie bald Augenzeuge des Maiaufstandes 1849 wurde, den sie dann in ihrem Zeitbilde „Dresden’s Maitage“ (1850) novellistisch behandelte. Ihr Leben in Dresden gestaltete sich mehr und mehr freundlich, und der Verkehr mit bebeutenden Männern der Litteratur und Kunst, besonders ihre freundschaftlichen Beziehungen zu dem als Gründer der Schillerstiftung bekannten Major Serre wirkten befruchtend auf ihre weitere litterarische Thätigkeit. Sie schrieb hier noch: „Deutsche Lebensbilder“ (1851); „Rudolf oder: Das Abenteuer im Riesengebirge“ (1853); „Ottokar oder: Die Reise nach Sebastopol“ (1855); „Dunkle Wege“ (1856); „König Wilhelm der Dritte und seine Zeit“ (1859); „Agnes und Marie“ (1860); „Die vieljährige Schuld“ (1859); „Kolumbus und seine Zeit“ (1861); „See- und Landgeschichten aus Schleswig-Holstein“ (1865); „Die Dänen hinter dem Danewerk“ (1867). Zunehmende Kränklichkeit nahm ihr dann die Feder aus der Hand; sie mußte in der Folge nur noch auf die Erhaltung ihrer Gesundheit bedacht sein. Ein plötzlich und sehr heftig auftretender Gelenkrheumatismus machte ihrem Leben am 3. Juli 1878 ein schnelles Ende.

Nach Mittheilungen aus der Familie. – G. Scheve, phrenol. Frauenbilber. Dresden 1865.