ADB:Wagner, Otto

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Artikel „Wagner, Otto“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 543–544, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wagner,_Otto&oldid=- (Version vom 17. Januar 2022, 01:05 Uhr UTC)
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Wagner: Otto W., Landschaftsmaler, geboren zu Torgau im J. 1803, war der Sohn des königl. sächsischen Wasserbaudirectors Christian Friedrich W., mit dem er im J. 1815 von Torgau nach Dresden übersiedelte. Er besuchte hier seit dem Jahre 1816 die kgl. Akademie, in der Absicht, sich zum Historienmaler auszubilden. Indessen fühlte er bald, daß ihn seine Begabung auf die Landschaftsmalerei hinwies, mit deren eifriger Pflege er noch das unter der Anleitung des Theatermalers Jentzsch erlernte Fach der Decorationsmalerei verband. Unter anderen führte er im Sommer des Jahres 1828 in Verbindung mit Schumacher und Peschel in dem Gartensaal des Koch’schen Gartens an der Elbe, der damals dem Prof. v. Villers gehörte, einen Plafond aus, für den er die Herstellung der das Ganze umgebenden Guirlandeneinfassungen und Arabesken übernahm. Im J. 1830 begab er sich auf die Reise nach Italien, während der er eine Menge von Zeichnungen, namentlich auch solche architektonischen Inhalts, ausführte. Den Herbst und Winter dieses Jahres verlebte er in Rom, hielt es aber beim Ausbruch der politischen Unruhen im nächsten Jahre für gerathen, nach Deutschland zurückzukehren. Seine erste Arbeit, die er in der Heimath vornahm, galt der Uebertragung einer Reihe seiner italienischen Zeichnungen in Oelgemälde. Im J. 1834 beauftragte ihn Dr. Härtel in Leipzig mit der Ausschmückung einer Loge in seinem neu erbauten Hause in Leipzig, der er sich in Verbindung mit Peschel unterzog. Aehnliche Malereien lieferte er für den Gartensalon des Dr. Crusius in Rüdigsdorf. Mehr und mehr aber drängte sich ihm die Erkenntniß auf, daß die deutsche Natur genügend poetische Reize für den Pinsel des Malers darbiete, und daß er in ihrer Wiedergabe das geeignetste Feld für seine Begabung finden würde. Seitdem verlegte er sich eifrig auf eine Art von Stimmungsmalerei, wobei er auf sogenannte romantische Motive, z. B. auf die Schilderung eines Dorffriedhofes, ausging. Nebenbei setzte er seine Arbeiten für decorative Zwecke fort und malte z. B. die Frucht- [544] und Blumenguirlande für den Vorhang des neuen von Semper erbauten Dresdener Theaters. Ebenso wurde er zu der Herstellung neuer Decorationen für das Hoftheater herangezogen. Eine große Fruchtbarkeit entwickelte er endlich in dem Schaffen von Aquarellen, während die Zahl der eigenhändig von ihm angefertigten Radirungen nicht groß ist. Er starb zu Dresden im J. 1861.

Vgl. Artistisches Notizenblatt, hrsg. Von C. A. Böttiger. Dresden 1829, Nr. 2, S. 8. – G. K. Nagler, Neues allgemeines Künstler-Lexikon XXI, 74–76. München 1851.