Hauptmenü öffnen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Suckow, Emma von“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 109–110, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Suckow,_Emma_von&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 16:53 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Suckow, Albert von
Band 37 (1894), S. 109–110 (Quelle).
Wikisource-logo.png Emma Niendorf bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Emma Niendorf in der Wikipedia
GND-Nummer 116146095
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|37|109|110|Suckow, Emma von|Franz Brümmer|ADB:Suckow, Emma von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116146095}}    

Suckow: Emma v. S., geborene v. Calatin, Schriftstellerin, wurde am 12. Juli 1807 zu Pappenheim in Baiern als die Tochter des bairischen Feldzeugmeisters Karl Theodor Friedrich Grafen zu Pappenheim und der Maria v. Calatin geboren und erhielt ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Bildung zum größten Theil in München. Hier vermählte sie sich auch am 29. November 1826 mit dem damaligen württembergischen Hauptmann Karl Friedrich Emil v. S. (s. u.), der aus Mecklenburg stammte, zuerst im preußischen Heere gedient hatte und seit 1808 in württembergischen Diensten stand. Die Gatten wohnten zuerst in Ulm, seit 1828 in Ludwigsburg, seit 1838 wieder in Ulm und kamen 1837 nach Stuttgart. Hier begann die schriftstellerische Thätigkeit der Dichterin, die sich nach einem Besitzthum ihres Schwiegervaters den Namen Emma von Niendorf beilegte. Angeregt dazu wurde sie besonders durch den Verkehr mit Nic. Lenau und den schwäbischen Dichtern Gustav Schwab, Graf Alexander von Württemberg, Ed. Mörike, Karl Mayer u. a., vornehmlich aber Justinus Kerner. Viele Jahre hindurch ging sie stets im Sommer, wenn nicht andere Reisen stattfanden, auf 4 bis 6 Wochen nach Weinsberg, nahm dort in einem Gasthofe Wohnung und pflegte den lebhaftesten Verkehr mit dem Kernerschen Hause und den Gästen desselben. Ihre persönlichen Beziehungen zu diesem Dichterkreise, wie auch ihre scharfen Beobachtungen der Glieder desselben hat sie uns in zwei Schriften mitgetheilt, in dem litterarischen Skizzenbuch „Aus der Gegenwart“ (1844) und in „Lenau in Schwaben. Aus dem letzten Jahrzehnt seines Lebens“ (1855); beide bilden für die Biographieen der schwäbischen Dichter eine ergiebige Quelle. Weiteren Stoff zu schriftstellerischer Thätigkeit boten der Dichterin ihre vielen und ausgedehnten Reisen. Mit Vorliebe bereiste sie Süddeutschland und die Schweiz, 1848 ging sie nach Frankfurt a. M. zum Nationalparlament, in den fünfziger Jahren nach Paris und London, nach dem Tode ihres Gatten (1863) nach Spanien, später nach Italien. Wie sie durch ihr ganzes Leben mit einem Fleiß ohne Gleichen an ihrer Bildung arbeitete, so benutzte sie diese Reisen auch nur, ihr Wissen und Können zu erweitern, und sie erwarb die äußeren Mittel dazu durch eine oft bis an Entbehrung reichende Sparsamkeit. In ihren Reisewerken „Reisescenen in Bayern, Tirol und Schwaben“ (1840); „Wanderungen durch die interessantesten Gegenden der Schweiz und des Elsaß" (1851); „Aus dem heutigen Paris (1854); „Aus London“ (1855) „spiegelt sie Gegenden und Menschen in treffender, sinniger, oft hastiger Weise, aber mit liebenswürdiger Wärme ab“. Ueber die novellistischen Arbeiten der Emma v. Niendorf, „Einfache Geschichten“ (1849), „Erzählungen (1853), „Ueber diese Geschichten ist Gras gewachsen“ (Roman, II, 1863), „Spanische Liebesgeschichten“ (1863), „Befreite Herzen“ (Novellen, 1863) hat sich die Kritik günstig geäußert, und sie bezeugen, daß die Dichterin eine edle, an Herz, Geist und Gemüth reich begabte Frau war, erfüllt von reinem idealem Streben und voll hoher Begeisterung für alles Gute, Schöne und Edle. Im J. 1863 verlor sie ihren Gatten durch den Tod, und sie lebte [110] seitdem theils in Stuttgart, theils in Baden-Baden. Im Sommer 1875 ging sie nach Rom, wo sie am 7. April 1876 plötzlich an einem Herzschlage starb und am 9. April auf dem protestantischen Friedhof beigesetzt wurde. Ihr Sohn ist der bekannte Militär und frühere württembergische Kriegsminister Albert v. Suckow (s. o. S. 107).

Nach Mittheilungen aus der Familie.