ADB:Steinla, Moritz

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Artikel „Steinla, Moritz“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 741, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Steinla,_Moritz&oldid=- (Version vom 4. Dezember 2020, 09:05 Uhr UTC)
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Steinla: Moritz St., Kupferstecher, geboren am 21. Aug. 1791, † am 21. Sept. 1858 in Dresden, legte seinen Familiennamen Müller ab und nahm den Namen seines Geburtsortes Steinlah bei Hildesheim an, nachdem er sich durch ausgezeichnete Arbeiten hervorgethan und neben einem berühmten gleichnamigen Stecher bekannt gemacht hatte. Den ersten Unterricht hatte er an der Akademie zu Dresden genossen, dann besuchte er Italien und ward Schüler Longhi’s und Morghen’s; Blätter von seiner Hand weisen die gedruckten Datirungen Mailand 1826 und Florenz 1828 auf. Später übte er selbst das Lehramt aus und versah von ungefähr 1838 an bei der Dresdener Akademie die Professur der Kupferstecherkunst, bis er diese Stelle am 1. April seines Sterbejahres niederlegte. Unter den Originalarbeiten, deren Wiedergabe er sich als Aufgabe für seinen Grabstichel gewählt hat, befinden sich nicht wenige Kunstwerke allerersten Ranges und namentlich mehrere Rafael’sche Bilder. Die bedeutendsten unter seinen Stichen sind die folgenden, die wir in der Reihenfolge, wie sie entstanden sind, anführen: „Christus mit dem Zinsgroschen“ nach Tizian (1829), die Pietà nach Fra Bartolomeo, „Der Kindermord“ nach Rafael, „Die Madonna della Misericordia“ nach Fra Bartolomeo, die Madonna nach Holbein, die Sixtinische Madonna und die Madonna del pesce nach Rafael. Des letztgenannten Bildes wegen unternahm er im J. 1852 eine Reise nach Spanien. Seine reichhaltigen Sammlungen von Gemälden, Kupferstichen, Münzen und Versteinerungen kamen großentheils in den Besitz der königlichen Sammlungen zu Dresden.

Nagler, Künstler-Lexikon XVII, 295–299. – Fr. Müller, Die Künstler aller Zeiten, Bd. 3, 1864, S. 597 f.