ADB:Rentzell, Christoph Friedrich von

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Artikel „Rentzell, Christoph Friedrich von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 232–233, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rentzell,_Christoph_Friedrich_von&oldid=- (Version vom 15. August 2020, 20:43 Uhr UTC)
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Rentzell: Christoph Friedrich v. R., preußischer Generallieutenant, am 26. December 1702 auf dem väterlichen Gute zu Rombitten bei Saalfeld im ostpreußischen Kreise Mohrungen geboren, wurde im J. 1719 als Zögling des corps de cadets zu Berlin von König Friedrich Wilhelm I. ausgewählt, um dem damaligen Kronprinzen, nachmals König Friedrich dem Großen, den ersten Unterricht im Exercieren zu ertheilen. Daneben unterhielt er den jungen Prinzen von militärischen Dingen und that sich später viel darauf zu gute, daß er auf diese Weise den ersten Grund zu seines Kriegsherrn großen Thaten gelegt habe. Eine große Pünktlichkeit und Ordnungsliebe machten ihn für eine solche Verwendung besonders geeignet und mögen ihn dem Könige, welcher darauf großen Werth legte, für dieselbe empfohlen haben. Friedrich dem Großen war er später ein angenehmer, durch sein Flötenspiel noch wertherer Gesellschafter, [233] dem der König zeitlebens in hohem Grade gewogen blieb. R. verdiente die Gunst desselben aber auch durch gute Dienste, welche er im Frieden wie im Kriege leistete. Er war kein Heerführer, aber ein tapferer, kaltblütiger, pflichttreuer und strenger Officier. Im J. 1723 als Gefreiter-Korporal in die Infanterie getreten, war er bei Regierungsantritt seines königlichen Gönners Stabscapitän und erhielt 1741 eine Compagnie, die Schlacht bei Hohenfriedberg trug ihm den Orden pour le mérite ein. Schon wollte er als Capitän wegen schwerer Erkrankung an der Gicht den Abschied nehmen, da sandte ihn der König nach Aachen in das Bad und erreichte dadurch, daß R. dem Dienste erhalten wurde. Nach der Schlacht bei Zorndorf ernannte er Hinterleute von R. zu Oberstlieutenants; als dieser sich darüber beschwerte, sagte er ihm bei der Parole, er müsse diejenigen belohnen, welche sich im Kriege ausgezeichnet hätten, sei aber überzeugt, daß R., wenn sich ihm die Gelegenheit geboten hätte, das nämliche geleistet haben würde. Kurz darauf beförderte er ihn. 1762 erbat R. krankheitshalber von neuem den Abschied; dieses Mal erhielt er denselben, aber mit dem Bescheide, sich zu melden, wenn er wieder gesund sein würde. Als dies geschehen war, erhielt er 1763 das Königsbergische Landwehrregiment und die Amtshauptmannschaft zu Marienwerder, 1764 ward er General, 1766 versetzte Friedrich ihn als Chef des erledigten Regiments v. Puttkamer nach Berlin. 1777 zum Generallieutenant ernannt, starb er, aus Veranlassung des Bairischen Erbfolgekrieges nochmals zu Felde gezogen, am 4. Juni 1778 zu Frankenstein in Schlesien.

Militärisch-Genealogischer Calender auf das Jahr 1791. Mit Genehmhaltung der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin. – Jahrbücher für Armee und Marine, Bd. LXV, Heft 1, Berlin, October 1887.