ADB:Pollman, Adam Heinrich von

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Artikel „Pollman, Adam Heinrich v.“ von Reinhold Koser in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 396–397, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pollman,_Adam_Heinrich_von&oldid=- (Version vom 24. Oktober 2020, 21:30 Uhr UTC)
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Pollman: Adam Heinrich v. P. aus Westfalen, preuß. Diplomat, vollendete 1707 im 21. Lebensjahre seine juristischen Studien zu Gießen und hielt sich seit 1709 in Köln auf, erst als Vertreter des gräflichen Hauses Lippe beim westfälischen Kreise, später als kurpfälzischer Rath, ersetzte seit 1712 seinen Vater als fürstlich schwarzenbergischer Landrichter zu Gimborn, lehnte 1720 eine ordentliche Professur der juristischen Facultät zu Gießen ab und trat 1727 auf Empfehlung des Ministers v. Ilgen als Geheimer Justizrath in den preußischen Staatsdienst. Zuerst Directorialminister im Westfälischen Kreise, übernahm er am 2. November 1736 als brandenburgischer Vertreter am Reichstage den schwierigen Posten, auf welchem er bis an seinen Tod ausgeharrt hat. Sein kampflustiges Auftreten, vorbildlich für das seines bekannteren Nachfolgers Plotho, machte ihm viele Feinde und verwickelte ihn in immer neue, oft sehr ärgerliche Streitigkeiten mit den anderen Comitialgesandten, zumal während des preußisch-hannöverischen Conflictes wegen der ostfriesischen Nachfolge zu Anfang der fünfziger Jahre. Ein verletzendes Schreiben des hannöverischen Gesandten v. Behr, aus welchem er eine Forderung herauslas, beantwortete (4. November 1752) er mit dem Trumpfe: „Soll es ein Cartell sein, so dienet zur Nachricht, daß ich in meinen Studentenjahren wohl einen tollen Junker für meine Fuchtel gehabt, in meiner gegenwärtigen Situation [397] aber muß ich Ew. Exc. das zu Gemüthe führen, was der holländische Minister von Gallieris Seel. Ihrem Antecessoren von Hugo Seel. in solchem Fall für Antwort gegeben: Unsere Herren haben uns nicht hieher geschickt, uns einander todt zu schlagen“. Die Gegner blieben ihm nichts schuldig; der kaiserliche Concommissarius schrieb ihm einst: „Der heidnische Horatius hat selbst gesungen: Vis consilii expers mole ruit sua.“ Auch Pollman’s weitschichtige, aber höchst lehrreiche Depeschen vom Reichstage sind durchweg sehr drastisch gehalten. In Berlin stand P., obgleich er am 28. Juni 1740 in den Adelstand erhoben wurde, anfänglich in geringer Gunst; doch gewann er sich die Zufriedenheit Friedrich’s II. in dem Maße, als dieser sich überzeugte, daß Streitbarkeit und unbeirrte Haltung für einen brandenburgischen Comitialgesandten unentbehrliche Eigenschaften waren. Wiederholt versicherten in den letzten Jahren die bündigsten Cabinetserlasse den früher oft hart getadelten Diplomaten der königlichen Genugthuung über sein energisches Auftreten. P. starb zu Regensburg am 30. November 1753 und wurde in der Dreifaltigkeitskirche daselbst beigesetzt.

Preußische Staatsschriften aus der Regierungszeit Friedrichs II. Bd. I, II. – Polit. Corresp. Friedrichs des Großen. Bd. I–V, VIII–X.