ADB:Nasser, Johann Adolf

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Artikel „Nasser, Johann Adolf“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 270, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nasser,_Johann_Adolf&oldid=- (Version vom 1. Dezember 2020, 19:20 Uhr UTC)
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Nasser: Johann Adolf N., Philolog und Aesthetiker. Geboren in Kiel am 21. Februar 1753, hatte er in seiner Vaterstadt Gymnasium und Universität benutzt, und war daselbst 1788 zum Dr. philosophiae promovirt. Er habilitirte sich hierauf ebendort als Privatdocent und ward 1789 zum prof. extraord. in der philosophischen Facultät ernannt. Schon als Student hatte er 1785 „Neue Beiträge zur Lectüre für junge Leute“ I. Bd. veröffentlicht. Es ist jedoch bei diesem einen Bande verblieben. Für seine philologischen Vorlesungen edirte er „Catulli, Horatii aliorumque veterum poetarum lat. carmina selecta“ 1794 und „Lyrische Gedichte aus dem Lateinischen übersetzt. Ein Versuch für seine Zuhörer“, 1795. Darauf erschienen seine „Vorlesungen über die Geschichte der deutschen Poesie“, 1798–1800. Hiermit hatte er ein damals wenig angebautes Feld betreten und war diese Arbeit für diese Zeit nicht ohne Bedeutung. Als Früchte seiner fortgesetzten philologischen Studien erschienen von ihm eine Uebersetzung des Persius 1801; Satyrische Anthologie aus römischen Dichtern 1810; Horaz’ Epistel an die Pisonen 1826. Auch gab er die Schwänke des Hans Sachs mit Worterklärungen 1827 heraus. Verdienstlich war die Abfassung eines Katalogs über die bedeutende Kupferstichsammlung des Hof- und Landgerichtsadvocaten Schmidt in Kiel mit biographischen Notizen über die Künstler in 10 Abtheilungen. Er selbst besaß auch eine ansehnliche Kupferstichsammlung, die er gern den Studirenden zeigte, während es sonst in Kiel damals an Sammlungen für die Kunst bei der Universität gänzlich mangelte. Er war stets bemüht den Sinn für die Kunst bei seinen Zuhörern zu erwecken. Er starb am 10. December 1828.

Vgl. Kieler Univ.-Chronik 1827 S. 13 u. 1828 S. 14. Das. Nitzsch, memoria. N. Nekrolog d. Deutschen 1828, II, 836. Raßmann, Pantheon 234.