ADB:Misch, Friedrich

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Artikel „Misch, Friedrich“ von Karl Steiff in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 3–4, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Misch,_Friedrich&oldid=- (Version vom 20. September 2020, 06:08 Uhr UTC)
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Band 22 (1885), S. 3–4 (Quelle).
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Misch: Friedrich M., ein Buchdrucker zu Heidelberg im 15. Jahrhundert. Nach Manchen wäre er es gewesen, der im J. 1485 die erste Presse daselbst errichtet hat. Es ist dies aber nicht bloß ungewiß, wie Falkenstein, Gesch. der Buchdruckerkunst S. 195 sagt, sondern es darf im Gegentheil auf Grund der Typenvergleichung als sicher angenommen werden, daß nicht er, sondern Heinr. Knoblochzer der Drucker der ältesten Heidelberger Incunabel (der Sermones des Hugo de Prato florido, Hain 9009) ist. Misch’s früheste Drucke stammen erst aus dem J. 1488; es sind dies die Questiones veteris artis des Johannes de Magistris (Hain 10454) und die Rhetorica des P. Lescher (Hain 10035). Der letztere Druck erschien zwar ohne Angabe des Druckorts; der als Drucker genannte Fridericus Heidelbergensis ist aber, was Panzer und Hain entgangen ist, aber aus den Typen sich klar ergibt, kein Anderer als unser Friedrich M. Ein weiterer Druck desselben, die Dicta circa summulas Petri Hispani von dem schon genannten Johannes de Magistris, im Jahr 1490 erschienen (Hain 10456), hat Panzer u. A. zu der irrigen Annahme verleitet, daß unser Buchdrucker später seine Presse nach Mainz verlegt habe, weil nämlich in dem sonst undatirten Druck die Vorrede (Brief des Herausgebers an den [4] Drucker) aus Mainz datirt ist. Selbstverständlich beweist dies für den Druckort nichts. Daß außer den genannten Drucken noch manche andere aus Misch’s Officin hervorgegangen, dafür fehlt es nicht an Anzeichen (vgl. die Vorrede des letztgenannten Drucks); sehr umfangreich ist aber seine Thätigkeit sicher nicht gewesen. Dem entsprechend ist auch über seine persönlichen Verhältnisse nur wenig, nämlich nur das Eine bekannt, daß er am 10. Oct. 1483 als Fr. M. de Gingen dioc. Augustensis (d. i. Giengen a. d. Brenz) in die Universitätsmatrikel von Heidelberg eingetragen wurde. Da in dem genannten Jahr in keinem Fall schon eine Presse in Heidelberg bestand, so ist er jedenfalls nicht als Buchdrucker, sondern als Studirender inscribirt worden und er wäre demnach unter die Zahl der akademisch gebildeten Drucker des ersten Jahrhunderts zu rechnen.