ADB:Mercy, Claudius Florimund Graf von

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Mercy de Billets, Claudius Florimund Graf“ von Adolf Schinzl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 410–414, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mercy,_Claudius_Florimund_Graf_von&oldid=- (Version vom 29. Oktober 2020, 05:52 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 21 (1885), S. 410–414 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Claudius Florimund Mercy in der Wikipedia
GND-Nummer 137090234
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|21|410|414|Mercy de Billets, Claudius Florimund Graf|Adolf Schinzl|ADB:Mercy, Claudius Florimund Graf von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137090234}}    

Mercy: Claudius Florimund Graf M. (Merci) de Billets, kaiserlicher Generalfeldmarschall und Generalcommandant des Temeser Banates, geb. 1666 im Lothringischen, geblieben am 29. Juni 1734 nächst Crocetta in der Schlacht bei Parma, entsproß einem bis in das 15. Jahrhundert zurückreichenden lothringischen Adelsgeschlechte und verehrte als unmittelbare Vorfahren die gleichfalls im Angesichte des Feindes vorzeitig vom Tode ereilten Helden und Heerführer, so seinen Großoheim, den kurfürstlich baierischen General-Feldwachtmeister Kaspar Freiherrn v. M., gefallen 1644 bei Freiburg i. Br., seinen Großvater, den kaiserlichen und kurfürstlich baierischen Generalfeldmarschall Franz Freiherrn v. M., getödtet 1645 bei Allerheim, dann seinen Vater, den kaiserlichen Feldmarschalllieutenant Peter Grafen M., geblieben 1686 vor Ofen. Gleich diesen sowie noch vielen anderen Mitgliedern des Hauses M. wählte nun auch Claudius M. die Kriegerlaufbahn als Lebensbestimmung und wußte den auf diesem Wege durch vielfache, bedeutende Verdienste begründeten vorzüglichen Ruf der Mercy’s nicht nur als Reiterführer und Feldherr fortzupflanzen, sondern denselben auch als Staatsmann durch seine segensreiche, organisatorische und administrative Thätigkeit im Temeser Banate bestens zu erweitern. Die von ihm erreichten Erfolge dankte er aber vor Allem seinen durch mathematische und kriegswissenschaftliche Studien geläuterten geistigen Fähigkeiten, seinen humanen Gesinnungen sowie seiner Charakterfestigkeit, Entschlossenheit und Tapferkeit. Wie mehrfach angenommen wird, trat M. 1682 als Volontär in kaiserliche Kriegsdienste; 1683 erwarb er sich vor Wien den Lieutenantsgrad im Kürassierregimente Lothringen; 1684–1690 kämpfte er in Ungarn, avancirte seiner Kühnheit wegen zum Rittmeister, hatte aber das Unglück, gelegentlich eines Sturzes mit dem ihm unter dem Leibe getödteten Pferde einen zeitlebens fühlbaren Schaden an einem Auge sich zuzuziehen; 1691–1696 wurde er in Italien wiederholt als Parteigänger verwendet, worauf ihn Prinz Eugen, welcher seine Brauchbarkeit erkannte, 1697 nach Ungarn berief, wo er am 11. September mit solch’ ruhmvoller Unerschrockenheit bei Zenta wirkte, daß er in kurzen Zwischenräumen hierauf zum Major und Oberstlieutenant befördert wurde. Bei Beginn des spanischen Erbfolgekrieges kam M. wieder nach Italien; schon 1701 erscheint er neuerlich unter jenen, welche sich bei allen Anlässen um die Führung von Streifcommanden bewarben, denn diese boten seinem lebhaften Unternehmungssinne, sowie seinem alles wagenden, mitunter allzu tollkühnen Muthe die erwünschte Möglichkeit zu erfolgreichen Leistungen. Bei solch einer Gelegenheit, als er nämlich am 16. August über Pontoglio gegen den Feind vorgeschickt wurde, warf sich M. mit seinen Reitern ohne Bedenken einer namhaft stärkeren Abtheilung entgegen, schlug selbe, machte Gefangene und erbeutete Pferde; mit nicht minderem Glücke hielt er sich am 4. October bei Pizzighettone im Streifcommando des Oberstlieutenants Guethem besonders dann, als er bei Passirung eines Hohlweges im Rücken angegriffen wurde und doch entkam, ja selbst noch auf dem Rückzuge vier feindliche Couriere mit Briefschaften aufzugreifen und nebst einer Heerde Schlachtvieh ins Lager zu bringen wußte; dagegen hatte er am 9. December im Kampfe bei Fossa Mantovana, gegen Borgoforte vorrückend, und nachdem seine Truppe bei 10 Offiziere und 70 Mann niedergesäbelt hatte, das Mißgeschick, durch zur Unterstützung vorgedrungene Grenadiere zum Weichen gebracht zu werden, mit dem Pferde zu stürzen und in Gefangenschaft zu gerathen. Aus dieser muß M. jedoch bald befreit worden sein, denn bei der Ueberrumpelung [411] von Cremona vom 31. Januar zum 1. Februar 1702 befand er sich wieder unter den Ausgezeichneten. Beherzten Sinnes wie immer, erschien er nämlich vollkommen überraschend bei dem Pothore, nahm noch vor dem Herankommen der nachmarschirenden Infanterie 8 Geschütze, deckte im Verlaufe des Kampfes die retirirenden Fußtruppen, eroberte nochmals die Batterie San Pietro, fiel aber endlich im dichten Handgemenge schwer verwundet in des Feindes Hände. Für diese hervorragend tapfere und ausdauernde That wurde M. der besonderen Gnade des Kaisers empfohlen und erhielt er nunmehr nach stattgehabter Auswechslung in der Charge eines Obersten und Inhabers das Commando eines neu aufgestellten (1801 als Anspach-Kürassiere aufgelösten) Kürassierregiments. Mit diesem focht M. noch 1702 am Rheine, allerorts seinen jungen Reitern mit heldenmüthigem Beispiele vorangehend und dieselben für seine Führung derart begeisternd, daß er am 14. October in der Schlacht bei Friedlingen mit ihnen das erste feindliche Cavallerietreffen zu durchbrechen vermochte. Leider wurde M. hierbei neuerlich ein Pferd unter dem Leibe erschossen und er an der weiteren Leitung des in ein Handgemenge übergegangenen Kampfes behindert. In dem nun folgenden Feldzuge 1703 bekam M. den Auftrag, der aus den Stollenhofener Linien sich zurückziehenden feindlichen Armee beobachtend nachzurücken; später durchstreifte er unausgesetzt behufs Beunruhigung und Schädigung des Gegners die Gegend aufwärts des Lechs bis Schongau, dann jene zwischen dem Ammer- und Würm-See und dienten seine während diesen Verwendungen gemachten Berichte dem Oberbefehlshaber Markgrafen von Baden größtentheils als sehr verläßliche Aufschlüsse über die Bewegungen und Absichten des Gegners. So geehrt Mercy’s Name schon damals im Heere gewesen, so gefürchtet war er dagegen beim Gegner; dies auch der Grund, daß M. im Monate Februar 1704 mit der Durchführung einer Repressalienunternehmung in Baiern betraut wurde. Er rückte zu diesem Zwecke mit 600 Mann gegen Pfalzburg, überfiel eine in dessen Nähe gelegene Schanze, ließ deren Besatzung niedermachen, worauf er bis nahe an München streifte und von der Bedrohung desselben erst abließ, als sein Rückzug allseits gefährdet erschien. Nachdem sich M. bald nachher noch durch eine Reihe von Cotoyirungen, Umgehungen, Ueberfällen etc. verdienstvoll gemacht, avancirte er zum General-Feldwachtmeister, als welcher er der Schlacht bei Donauwörth (Schellenberg) am 2. Juli beiwohnte, im August Ingolstadt am rechten Donauufer cernirte und gelegentlich des Rheinüberganges im September die Franzosen über die Lauter zurückwarf und Weißenburg besetzte. Auch 1705 stand M. wieder im Felde, überall dort zur Mithilfe berufen, wo eines pflichtgetreuen, hingebungsvollen und selbständigen Führers bedurft wurde. Seine Verfolgung des Ende August aus Pfaffenhofen weichenden Gegners bis zu den Waldungen bei Hagenau war von dem besten Erfolge begleitet; unmöglich blieb es ihm aber, die Rückzugslinie der aus Hagenau retirirenden Franzosen abzuschneiden und gelang ihm nur die Einbringung von Nachzüglern. Nun wurde M. anfangs 1706 im Vertrauen auf seine Gewandtheit und Energie die Mission zu Theil, persönlich zu Wien die mißliche Lage des Heeres zu schildern und über die Versäumnisse der verschiedenen Contingente Klage zu führen. Unmittelbar nach Vollzug dieses Auftrages kehrte M. eilends zur Armee zurück und nahm wesentlichen Antheil an der Verproviantirung von Landau, sowie an der Beschützung der dorthin geleiteten Zufuhren und stand überhaupt unausgesetzt dem Gegner zur Seite, ohne jedoch den in der Zeit vom 27.–29. Juni nach Lauterburg sich zurückziehenden Franzosen einen namhaften Schaden bereiten zu können. Ein rühmenswerther Tag im Leben Mercy’s war hingegen der 24. September 1707, an welchem er bei Offenburg das 4000 Mann starke fliegende Corps des Marquis de Vivans im Lager überfiel, demselben keine Zeit zur Formirung ließ und dasselbe unter Beibringung großer Verluste nach Kehl jagte. Nachdem M. auch sonst noch [412] thatkräftig zur Deckung der Gegend bei Lindau beigetragen und zum Feldmarschalllieutenant befördert worden war, rückte er im J. 1708 mit 6000 Mann an den Rhein, den Uebergang des Heeres über diesen Fluß vorzubereiten und zu fördern. Von der Vollführung dieses Manövers wurde er jedoch gleich anfänglich abgehalten, da der unvorhergesehene Wechsel in den Stellungen der Franzosen seine Absendung in den Schwarzwald nothwendig machte, wo übrigens sein Feuereifer bei der Sicherung der Pässe und Straßen nicht die erwünschte Thätigkeit fand. Um so lebhafter drängte es daher M. im Feldzuge des Jahres 1709 sich mit dem Gegner zu messen; nachdem er 6 Regimenter nach Mantua gebracht, marschirte er mit seinem Corps den erhaltenen Weisungen gemäß, welche auf eine Vereinigung der Rheinarmee mit einem Theile der italienischen Armee in der Franche-Comté abzielten, durch das Basler Gebiet in die Höhe von Neuenburg, wo er eine Brücke über den Rhein schlug und sich verschanzte. Statt nun in dieser festen Stellung den auf der Straße von Breisach ihm entgegenrückenden General Grafen de Bourg abzuwarten, griff er denselben in übereiltem Thatendurste im Lager bei Rummersheim am 26. August an und mußte, selbst verwundet, mit bedeutendem Verluste an Truppen und Geschützen das Feld räumen und nach Rheinfelden zurückgehen, in welcher Position er jedoch mit rastlosem Eifer für die Bewachung des südlichen Theiles des Schwarzwaldes und der Waldstädte sorgte. Den Unfall, den er erlitten, konnte er aber auch in den nächsten, für ihn ohne besondere Verwendung gebliebenen Feldzügen nicht mehr gut machen; erst das Jahr 1716 ließ wieder seine Feldherrngabe und seine Kriegertugenden zur vollen Geltung kommen. In dem Feldzuge dieses Jahres trug nämlich der inzwischen zum General der Cavallerie beförderte M. mit anerkennenswerther Entschiedenheit am 5. August zum Siege bei Peterwardein bei; hierauf unterstützte er durch thätiges Verhalten am rechten Ufer der Bega die vom 1. September bis zum 14. October dauernde Belagerung und Einnahme von Temesvár; besetzte am 16. November die aus Ursache seines energischen Vorgehens zur Capitulation veranlaßten befestigten Orte Uj-Palanka und Pancsova und bedrohte endlich Orsova, ohne jedoch bei gänzlichem Mangel an schwerem Geschütz und bei seiner nicht gesicherten Verbindung mit Karansebes etwas Ernstes unternehmen zu können. Die nun folgende Waffenruhe benutzte aber M. als Generalcommandant des eroberten Temeser Banats vorsorgend zu Vorbereitungen für den nächsten Feldzug, wobei er ganz besonders die Schiffbarmachung der Dunaviza betrieb, um auf diesem Flusse die Tschaiken-Flottille leichter gegen Belgrad dirigiren zu können. Und als es 1717 zur Eröffnung der Feindseligkeiten kam, da führte M. vorerst die Avantgarde des Heeres hinter Pancsova über die Donau, vertrieb dann den Gegner aus der von der Dunaviza und der Donau gebildeten Insel nächst Belgrad und zwang denselben, nachdem er ihn in einer großen Zahl von Gefechten beunruhigt und geschädigt hatte, am Entscheidungstage des 16. August durch einen kühnen und kräftigen Vorstoß an der Spitze der Cavallerie des zweiten Treffens zu dem folgenschweren Rückzuge in die Laufgräben. Mit der 1718 vorgenommenen Scheinbewegung Mercy’s gegen Uj-Palanka und Orsova endete seine Verwendung im Kriege gegen die Türken. Unmittelbar nach geschlossenem Frieden bei Passarowitz begann seine mit staunenswerther Thatkraft und genialer Organisations- und Administrationsgabe unternommene Neugestaltung und Cultivirung des nach 164jähriger türkischer Bedrückung vollkommen zu Grunde gerichteten Banates. Den bestehenden Verhältnissen entsprechend galt ihm vor Allem die Sicherung des Landes gegen etwaige Einbrüche der Türken als dringend nothwendig; zu diesem Zwecke verfügte er unter Zustimmung des Prinzen Eugen eine für alle Fälle vorgedachte Quartier- und Postenvertheilung der Truppen, sowie die Anlage von mehrfachen Befestigungen, Blockhäusern etc.; fast zu gleicher Zeit veranlaßte er weiter die allgemein [413] ersehnte Umwandlung der Moscheen in christliche Gotteshäuser. Doch auch dieses Mal mußte M. seine kaum begonnene Reformarbeit wieder unterbrechen, denn der Kaiser bedurfte des erprobten Feldherrn auf dem Schlachtfelde. Eiligst folgte M. dem Rufe zum Kampfe gegen die Spanier in Sicilien, in welchem er, wenn auch nicht durchwegs genügend rasch vorgehend, dennoch bei allen in Angriff genommenen Unternehmungen tiefgreifende Einsicht, scharfes Urtheil, zähe Ausdauer und zweckmäßige Truppenführung bekundete. Den 20. April 1719 kam er zu Neapel an, wo das Expeditionscorps gesammelt wurde; gleich dort wies er die Zumuthung zurück zu Siracus zu landen, denn dies hätte ihn zur Ueberschreitung eines schwer gangbaren Gebirgstheiles genöthigt; gut gewählt erwies sich das Betreten Siciliens bei Patti am 27. Mai. Hierdurch gelang ihm der rechtzeitige Entsatz der Vertheidiger von Melazzo, worauf er die Schlacht bei Francavilla am 20. Juni schlug, in welcher er drei Pferde unter dem Leibe verlor und am Kopfe so bedeutend verwundet wurde, daß er wenige Tage später für einige Zeit die Sehkraft einbüßte. Kaum halbwegs genesen, belagerte er vom 19. Juli an Messina bis zum Falle der Citadelle am 20. October; dann anfangs des Jahres 1720 Palermo bis zum Friedensschlusse, nach welchem er die Huldigung der Sicilianer für den Kaiser entgegennahm und über Wien nach Temesvar zurückkehrte. Zum dritten Male weihte er nun sein Denken und Fühlen wie auch seine vor keiner Schwierigkeit weichende Schaffenskraft dem Gedeihen und Wohle des in jeder Hinsicht gänzlich verarmten Banater Landstriches, welchen er in der verhältnißmäßig kurzen Zeit von 1722–1733 neu aufleben machte. Und da er es ferner verstand, ebenbürtig den denkwürdigsten Organisatoren, nicht blos für den Augenblick, sondern für die Zukunft zu sorgen und zu helfen, so gedenkt auch die Geschichte des Temeser Banats bis zum heutigen Tage immer wieder mit der wärmsten Dankbarkeit Mercy’s als Retters aus der Türkennoth und Begründers der seit jener Zeit stets wachsenden Wohlfahrt des Landes. In wenigen Hauptzügen dargestellt, umfaßten die von M. selbst angegebenen und großentheils von ihm persönlich überwachten reformatorischen Arbeiten nebst dem Aufbaue einer dem Staats-, Wirthschafts- und Rechtswesen gerecht gewordenen Cameralverwaltung, weiter die Berufung von Colonisten aus Deutschland, Italien und Spanien, die Errichtung von Ortschaften in den verödeten Gebieten, die Anlage von Haupt- und Verbindungsstraßen, die Zuleitung trinkbaren Wassers nach Temesvár, sowie die Anlage des Begakanals behufs Verwerthung der riesigen, unbenutzten Waldungen an Siebenbürgens Grenze. Andererseits erstreckten sich dieselben auf die, nach vorhergegangener Untersuchung und Erprobung des Bodens, gleich in den ersten Jahren vorgenommenen Nutzpflanzungen von Waid, Färberöthe, Kohlrüben, Maulbeeren, Weinstöcken, Obstbäumen etc., sämmtlich im Hinblicke auf die ins Leben zu rufenden Industrie- und Handelszweige der Färberei, des Oelbetriebes, der Seidenproduction, des Wein- und Obsthandels etc. Speciell zu dem Baue von Fabriken für letztere Zwecke bestimmte M. einen eigenen Platz nächst Temesvár, woraus die für immer an seine vorausdenkende Wirksamkeit erinnernde Vorstadt Temesvár’s „Fabrik“ entstand; endlich suchte M. durch öffentliche und Privatbauten die Stadt zu verschönern und durch deren Neubefestigung sowie durch jene von Alt- und Neu-Orsova, Mehadia, Uj-Palanka, Kubin und Pancsova die Sicherheit des Landes zu kräftigen. Gewiß eine achtenswerthe Reihe rühmlicher Schöpfungen, auf deren Vermehrung und Fortentwickelung der inzwischen zum Generalfeldmarschall erhobene M. im J. 1734 für immer verzichten mußte. Anfangs dieses Jahres übernahm er das Commando eines Observationscorps in Oberitalien, dem er, wenngleich bereits im 67. Lebensjahre stehend, gichtleidend, auf einem Auge erblindet, auf dem anderen nur schwach sehend und wiederholt kränkelnd, dennoch geistesstark, thatkräftig und entsagungsvoll [414] vorstand. Noch am Schlachttage von Parma, am 29. Juni 1734, sahen ihn seine ihm treu ergebenen Truppen allerorts persönlich eingreifen, und als er etwa gegen Mittag von zwei Kugeln getroffen todt vom Pferde stürzte, da ehrten die im ersten Augenblicke erschütterten Grenadiere ihren gefallenen Oberfeldherrn, indem sie den Gegner bis hinter den Weiler Crocetta zurücktrieben. M. hinterließ keine Kinder; sein Adoptivsohn Oberst Graf Argenteau nannte sich von nun an Mercy-Argenteau.

(Gräffer,) Kurze Gesch. d. k. k. Regimenter (2. Aufl.), 2. Bd., Wien 1801. (Adam,) Erinnerungsblätter f. d. Sammlungen von Bildnissen berühmter österr. Feldh. in d. Wiener-Neustädter Akademie. (Als Manuscript gedr. vor 1805.) (Kepner,) Thaten und Charakterzüge berühmter österr. Feldherren, 1. Bd., Wien 1808. Krieg der Oesterreicher in Sicilien in den J. 1718, 1719 und 1720 in Schels’ Oesterr. milit. Ztschrft., 1. Bd., Wien 1811–1812. Reilly, Biographien d. berühmtesten Feldherren Oesterr. Wien 1813. Feldzug d. Oesterreicher in Oberitalien in Schels’ Oesterr. milit. Ztschrft., 2.–4. Bd., Wien 1824. Oesterreichische National-Encyklopädie, Wien 1835. Kausler, Das Leben d. Prz. Eugen v. Savoyen, 2. Bd., Freiburg i. Br. 1839. Der Feldzug 1706 am Oberrhein in Schels’ Oesterr. milit. Ztschrft., 4. Bd., Wien 1849. Böhm, Geschichte des Temeser Banats, 1. Bd., Leipzig 1861. Wurzbach, Biogr. Lex. d. Kaiserth. Oesterr., 17. Bd., Wien 1867. Feldzüge d. Prinzen Eugen v. Savoyen, 3. Bd., Wien 1876. Teuffenbach, Vaterländisches Ehrenbuch. Wien u. Teschen 1877.