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Artikel „Mallinckrodt, Bernard v.“ von Franz Hülskamp in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 143, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mallinckrodt,_Bernhard_von&oldid=- (Version vom 12. November 2019, 08:35 Uhr UTC)
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Band 20 (1884), S. 143 (Quelle).
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Mallinckrodt: Bernard v. M., Domherr in Münster, geb. zu Ahlen am 29. November 1591, † zu Ottenstein am 7. März 1664. – Ein Kind protestantischer Eltern, studirte er zunächst in Osnabrück und Minden, dann in Helmstädt, Marburg und Köln, wurde hier am 11. März 1616 katholisch und begab sich 1618 nach Rom, von wo er 1622 zurückkehrte. Inzwischen schon zum Domherrn in Münster ernannt, wurde er hier bereits 1625 zum Domdechant befördert. Bei der Neubesetzung des Münster’schen Bischofsstuhles im J. 1650 war M. der Hauptconcurrent Christoph Bernards von Galen, gegen dessen am 14. November erfolgte Wahl er bei Papst und Kaiser Protest einlegte und dem er auch nach bald erfolgter päpstlicher Bestätigung und kaiserlicher Belehnung Obedienz und Reverenz verweigerte, weshalb er am 6. März 1652 von Chor und Capitel, Officium und Beneficium ausgeschlossen wurde. Wiederholt vom Kaiser und ebenso durch Erkenntniß des Reichshofraths mit seinen Beschwerden abgewiesen, intriguirte er desungeachtet weiter und wurde deshalb am 26. August 1654 von Christoph Bernard mit der größeren Excommunication belegt. Als M. sich auch darum nicht kümmerte, vielmehr zu offener Aufwiegelung des Volkes überging, sollte er am 7. October verhaftet werden, entkam aber in dem dadurch verursachten Tumulte und flüchtete nach Köln. Nachdem die hauptsächlich von ihm ausgesäete Zwietracht zwischen Fürst und Bürgerschaft durch den Vertrag von Schönefliet (25. Februar 1655) vorläufig wieder beglichen und auch durch die Vota ausländischer Juristenfacultäten die Absetzung Mallinckrodt’s entschieden, für Letzteren also gar nichts mehr zu hoffen war, kehrte er trotzdem im Juli 1657 nach Münster zurück, wurde aber alsbald von fürstlichen Soldaten aufgehoben und nach der Burg Ottenstein gebracht, wo er dann noch beinah sieben Jahre im Gewahrsam lebte, vor seinem Tode von der Excommunication wieder befreit. – Mallinckrodt’s 1720 in Münster öffentlich verkaufte Bibliothek wies 5355 Nummern auf.

Selbstbiographie in den Manuscripten des Alterthumsvereins zu Münster. – Tücking, Geschichte des Stifts Münster unter Christoph Bernard v. Galen (Münster 1865).