ADB:Mages, Josef

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Artikel „Mages, Joseph“ von Rudolf Müller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 59, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mages,_Josef&oldid=- (Version vom 25. Februar 2021, 17:55 Uhr UTC)
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Mages: Joseph M., Maler, geb. 1728 zu Imst in Tirol, † 1769 zu Straßburg, Sohn eines armen Nagelschmieds, kam in Beachtung seines augenfälligen Talentes fürs Nachbilden erschauter Gegenstände zum Imster Maler Kapeller in die Lehre, von welchem er nach baldigem Erkennen seiner Lernbegierde, an den mehrbeschäftigten und wohl auch praktischeren Ortsmaler von Stubey abgetreten wurde. Hierauf nach Innsbruck, später nach Wien gezogen, dürfte erst dort, angesichts der Meisterwerke in den verschiedenen Gallerien, sein Talent bestimmte Richtung genommen haben. War es überhaupt nur Wanderlust oder ernster Fortbildungstrieb – M. wechselte noch wiederholt die Stationen, ist nach einigen Jahren in Straßburg, nachher in Stuttgart, dann in Augsburg zu finden, wo er endlich Stand hielt. Der Anlaß hierzu war ein zwiefacher. Der einflußreiche Maler Georg Rotpletz vermittelte ihm Aufträge, und wehrte auch nicht das Ehebündniß mit seiner lieblichen Tochter. Die Erwerbung des Bürgerrechtes besiegelte die Seßhaftigkeit. Sicher stellen läßt sich von da ab eine ebenso fruchtbare als vielseitige Thätigkeit in der Oel- wie in der Freskomalerei in einem weiten Umkreise. Namentlich war es seine Gewandtheit in letzterer, die ihn zu ehrenvollen Aufträgen brachte in Stuttgart, Colmar und Straßburg. In Augsburg entstanden die Wandgemälde in der Salvatorkirche: „Maria von Egypten“, und „Christus am Kreuze mit Johannes und Maria“ vorstellend. Ferner in der Kirche zum hl. Kreuz außer den Kuppelfresken mit angeschlossenen Bildern aus dem Leben des hl. Augustinus an den Chorwänden 8 Bilder; vier mit der Legende vom „hochwürdigen Gute“. Die übrigen mit den Wunderwirkungen desselben an den vier Elementen – bei Feuersbrunst, Ueberschwemmung, Sturm und Erdbeben. Zwar seltsam nach Thema, fanden diese Darstellungen doch allgemeine Beachtung wegen ihrer sinnigen Erfindung und wirksamen Technik. Im Privatbesitze befindet sich daselbst noch ein Gemälde, angeblich die Marter des hl. Victorin vorstellend, das für eine der besten Leistungen Mages’ angesehen wird. Von Gemälden für die Umgegend sei erwähnt: das Altarbild „Der reuige Petrus“ in der Wallfahrtskirche auf der Wiese bei Steingaden (Landger.-Bez. Schongau) um 1755; die Altarbilder „St. Benedict“ und „St. Scholastika“, in der Kirche zu Ottobeuren. Andere noch kamen in die Brigittenkirche zu Altmünster, in die Pfarrkirche zu Dasing, in die Schloßkirche auf dem Hart und die Klosterkirche zu Oberschönfeld. – Hochgehalten sind besonders noch seine für die Vaterstadt zuerst entstandenen Bilder: „St. Jakob“ für die Pfarrkirche, die „Marter des hl. Laurentius“ für die Lorenzkapelle, ferner die Plafondmalerei in der Kirche am Schönberge. – Kunstforscher haben in Bezug auf das Charakteristische der Malweise Mages’ Aehnlichkeit mit der Amigoni’s herausgefunden. Diese ist auch, namentlich in seinen Fresken wahrzunehmen und dürfte abzuleiten sein von den Schleißheimer Wandmalereien jenes Meisters, die erwiesenermaßen M. fleißig studirte. In der Zeichnung ist M. dafür correcter, in der Composition tiefer wie Amigoni.

Tirol. Künstlerlex. Nagler, Neues Künstlerlex. Meyer, Conv.-Lex.